Telekom-Stellenabbau in Deutschland: Schlechteres Service befürchtet

10. November 2005, 10:08
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Vor allem auf unterster Ebene der Techniker und in den Call-Centern könnten Posten gestrichen werden

Die Geschäftskunden der Deutschen Telekom befürchten durch den geplanten massiven Stellenabbau bei der Deutschen Telekom eine Verschlechterung der Service-Qualität. "Es ist zu befürchten, dass die Stellen vor allem auf der untersten Ebene der Techniker und in den Call-Centern gestrichen werden, also im Service", sagte Manfred Rühl, Vorstand beim Deutschen Verband für Post und Telekommunikation (DVPT), in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Frankfurt. Davon seien vor allem auch Privatkunden betroffen.

"Service-Wüste"

Aus Sicht der Geschäftskunden, die der Verband vertritt, haben sich die Telekom-Dienstleistungen nach der Liberalisierung des Marktes im Vergleich zur früheren "Service-Wüste" zwar verbessert. Die Konkurrenten schnitten in der Regel dennoch besser ab. "Problematisch wird es, wenn man zwischen die Mühlen der verschiedenen Telekom-Sparten gerät", betonte Rühl.

Ansprechpartner

Es sei entscheidend, dass es einen kompetenten Ansprechpartner für alle Anliegen gebe. Die Telekom müsse daher im Service zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, selbst wenn an anderer Stelle ein Personalabbau aus betriebswirtschaftlichen Gründen erforderlich sei. Bei der Telekom sollen bis 2008 rund 32.000 Beschäftigte den Konzern verlassen, 6.000 Mitarbeiter sollen unter anderem im Vertrieb neu eingestellt werden. Von den Kürzungen ist in erster Linie die Festnetzsparte T-Com betroffen.

Druck auf die Politiker

Rühl vermutet, dass die Ankündigung des Stellenabbaus bewusst während der laufenden Koalitionsverhandlungen gemacht worden sei, um Druck auf die Politiker auszuüben. Die Telekom wolle bis 2007 die 50 größten Städte in Deutschland für drei Milliarden Euro mit einem eigenen Breitbandnetz für den ultraschnellen Intranet-Anschluss versorgen. Für diese Bevorzugung brauche sie politische Unterstützung. Rühl kritisierte, dass nach dem Plan ländliche Gebiete den Kürzeren ziehen würden. (Apa)

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