Polen und Tschechen fürchten deutsche Gebietsansprüche

8. November 2005, 12:52
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Zeitung: Starkes Misstrauen gegen künftige Regierung in Berlin und Vertriebenenverbände

Hamburg - Sechzig Jahre nach Flucht und Vertreibung der Deutschen aus den damaligen Siedlungsgebieten im Osten erweckt das Thema in den betroffenen Ländern noch immer große Aufmerksamkeit und Furcht. Das ergab eine groß angelegte Studie des Allensbacher Instituts unter Polen, Tschechen und Deutschen, die aus Anlass einer für Anfang Dezember geplanten Ausstellung im Bonner "Haus der Geschichte" erscheint. So halten es 61 Prozent der Polen und 38 Prozent der Tschechen für wahrscheinlich, dass die künftige deutsche Bundesregierung unter einer CDU-Kanzlerin Angela Merkel ehemalige deutsche Gebiete zurückfordern oder dafür Entschädigung verlangen werde, berichtet das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner am kommenden Montag erscheinenden Ausgabe.

Schlechter Ruf

Die deutschen Vertriebenenverbände haben einen außerordentlich schlechten Ruf in den Nachbarstaaten: 41 Prozent der Polen und 39 Prozent der Tschechen sind der Meinung, dass es ihnen darum gehe, verlorene Grundstücke zurückzubekommen. Das geplante "Zentrum gegen Vertreibungen" hält die Mehrheit der osteuropäischen Befragten dagegen für eine gute Idee, wenn es Vertreibungen in verschiedenen Ländern dokumentiere. Als Standort favorisieren die Polen Wroclaw (Breslau), die Tschechen ihre Hauptstadt Prag. (APA/dpa)

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