"Bauen unterm Hakenkreuz"

5. November 2005, 12:00
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Helmut Weihsmanns Enzyklopädie der NS-Architektur ist aktueller denn je

Das bereits 1998 erschienene Buch Bauen unterm Hakenkreuz. Architektur des Untergangs stellt die derzeit wohl aufwändigste und am besten recherchierte Analyse nationalsozialistischer Architektur in Deutschland und Österreich dar.

Der Autor Helmut Weihsmann, geboren 1950 in Wien, ist Architekt, Architekturhistoriker und Journalist. Für das fast 1200 Seiten starke Nachschlagewerk recherchierte er drei Jahre, über die NS-Architekturforschung stellt er im Vorwort fest: "Die bislang praktizierte Überbetonung großer, repräsentativer Bauprojekte verengte den Blick zu sehr auf einige wenige Persönlichkeiten und Zentren der Bautätigkeit während der NS-Herrschaft und versperrte damit bestimmte Sichtweisen sowie profunde kausale Zusammenhänge in der Bauwirtschaft und Baupolitik."

Weihsmanns Kapitel über Österreich dokumentiert, dass ab 1938 auch hier zu Lande wesentlich mehr gebaut wurde, als man annehmen möchte. Der Autor listet alle Objekte geografisch geordnet auf und stellt diesen Listen jeweils kurze Analysen der Städte, der Betriebe, der Bautypen, der geplanten, aber auch der nicht realisierten Bauvorhaben sowie der handelnden Personen voran.

Bauen unterm Hakenkreuz ist ein akribisches Werk, das auch Architekturfachleute überraschen dürfte und die ideale Basis für die Erhebung von Nazi-Bauten in Österreich darstellt. (uwo/ALBUM/DER STANDARD, Printausgabe, 5./6.11.2005)

  • Erschienen 1998,
Promedia Druck- und
VerlagsgesmbH, Wien,
€ 51,90.
    foto: promedia

    Erschienen 1998,
    Promedia Druck- und
    VerlagsgesmbH, Wien,
    € 51,90.

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