Präzedenzfall in Einbürgerungs-Frage um Hofmann?

11. November 2005, 16:35
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FIFA verweigert deutsch-polnischem Doppelstaatsbürger Spielerlaubnis für Polen

Wien/Warschau - Der Fußball-Weltverband FIFA hat in der Frage um die Spielberechtigung von Rapid-Kapitän Steffen Hofmann für die österreichische Nationalmannschaft möglicherweise ein Präzedenz-Urteil gefällt. Die FIFA erteilte einem Ansuchen Polens auf die Einberufung des polnisch-deutschen Doppelstaatsbürgers Christoph Dabrowski für die kommenden Länderspiele gegen Ecuador (13. November) und gegen Estland (16. November) am Freitag eine Absage.

"Der Hannover 96-Spieler kann definitiv nicht im polnischen Nationalteam spielen", gab der polnische Fußball-Verband auf seiner Website bekannt. "Seine ehemaligen Länderspiele in deutschen (Nachwuchs-)Nationalteams erlauben das laut FIFA-Interpretation nicht." Hofmann hat im Nachwuchsbereich das deutsche Teamdress getragen. Laut FIFA-Statuten hat ein Spieler jedoch nur "bis zur Vollendung des 21. Altersjahres einmal das Recht, die Spielberechtigung für Länderspiele eines anderen Verbandes zu erlangen".

Der Fall Hofmann ist zwar noch nicht entschieden, es dürfte aber einer Sondergenehmigung bedürfen, dass der Rapid-Spielmacher bei der Heim-EM 2008 für Österreich spielen darf. "Ich weiß nicht, ob die beiden Fälle wirklich zu vergleichen sind", gab sich Hofmann, der mit einer Wienerin verheiratet ist, aber (noch) nicht über die österreichische Staatsbürgerschaft verfügt, gegenüber der APA - Austria Presse Agentur vorerst zuversichtlich. "Ich hoffe immer noch."

Der ÖFB wartet indes immer noch auf die Einschätzung der FIFA über die Lage im Fall Hofmann. "Erst dann wird in enger Absprache mit Steffen Hofmann entschieden, ob ein Antrag Sinn macht", erklärte ÖFB-Pressesprecher Ronald Gollatz. Sollte der Antrag auf Spielgenehmigung für ein anderes Land abgelehnt werden, wäre Hofmann auch für sein Heimatland Deutschland nicht mehr spielberechtigt.

Der Rapid-Kapitän selbst betonte einmal mehr, dass er sich darüber vorerst wenig Sorgen mache. "Im Moment sind sowieso keine Länderspiele. Demnächst soll es irgendwann einmal eine Entscheidung geben. Darauf warte ich." (APA)

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