Keine Honorare für Salzburgs Olympiabotschafter

10. November 2005, 09:18
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Salzburg versucht zum dritten Mal den großen Sprung in Richtung Olympia und bewirbt sich für die Spiele 2014

Sporthilfe-Geschäftsführer Anton Schutti ist Salzburgs neuer Olympiawerber. Sein erstes Versprechen: Prominente Olympiabotschafter bekommen diesmal keinen Cent. Schutti hat sich ein Rückkehrrecht in den alten Job gesichert.

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Salzburg - Anton Schutti ist neuer "Mr. Olympia". Der 51-Jährige wird Geschäftsführer der am Freitag gegründeten Bewerbungsgesellschaft. Schutti - seit 2000 Geschäftsführer der Österreichischen Sporthilfe - wurde von Bürgermeister Heinz Schaden (SP) dem bisherigen Leiter der Vorbereitungskommission 2014, Gernot Leitner, vorgezogen. Ob Leitner, der bisher äußerst engagiert für Winterspiele in Salzburg eintrat, in Zukunft überhaupt irgendeine Funktion in der Bewerbungsgesellschaft bekommen wird, lässt Schutti derzeit offen.

Rückkehrrecht zur Sporthilfe

Er selbst geht kein besonderes Risiko ein: Sollte Salzburg im Juli 2007 bei der Tagung des Internationalen Olympischen Komitees nicht den Zuschlag für 2014 erhalten, kann er von seinem Rückkehrrecht zur Sporthilfe Gebrauch machen. Wer sein - möglicherweise nur interimistischer Nachfolger - bei der Sporthilfe sein wird, soll laut dem Präsidenten des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC), Leo Wallner, Mitte Dezember entschieden werden.

15 Jahre Rennsportleiter bei Atomic

Schutti, der vor der Sporthilfe rund 15 Jahre Rennsportleiter bei Atomic war, sei "mit allen sportlichen Wassern gewaschen", begründete Schaden die Entscheidung. Wie er dem Auftrag der Olympiagesellschafter - ÖOC, Tourismusförderungsfonds, Pongauer Austragungsgemeinden sowie Stadt und Land Salzburg -, das Olympische Feuer nach Salzburg zu bringen, entsprechen will, kann Schutti noch nicht genau sagen.

Den Kritikern der inzwischen dritten Bewerbung Salzburgs versucht er aber zumindest in einem Punkt den Wind aus den Segeln zu nehmen: Wenn prominente Sportler als Werbeträger eingesetzt werden, bekommen sie kein Honorar. Bei der Kandidatur für 2010 kassierten solche "Olympiabotschafter" teilweise Summen weit jenseits der 100.000-Euro-Marke.

Kritik an der Bestellung Schuttis kommt von den Gegnern der neuerlichen Bewerbung. Der Landessprecher der Grünen, Cyriak Schwaighofer, bemängelt, dass Schuttis Kür "nicht mit ordentlichen Hearings" abgelaufen sei. Kritische Anmerkungen zur Kandidatur 2014 kommen aber auch aus der ÖVP. Gemeinderätin Susanne Seyr etwa wundert sich, dass im Budget 2006 kein Geld für die versprochene, externe begleitende Kontrolle zu finden sei. Schaden beruhigt: Die Überprüfung erfolge ohnehin durch das Kontrollamt der Stadt und den Landesrechnungshof. (neu, DER STANDARD Printausgabe 5.11.2005)

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    "Mr. Olympia" Anton Schutti

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