Jeden Tag Physik

4. November 2005, 18:49
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7. November: Kernspaltung

Lise Meitner wurde am 7. November 1878 in Wien geboren. Albert Einstein bezeichnete sie als "unsere Madame Curie": Die Wissenschafterin hatte bedeutenden Anteil an der Entwicklung der Kernphysik; so regte sie die entscheidenden Experimente zur Kernspaltung an. Bei der Durchführung des Experiments durch Otto Hahn und Fritz Strassmann konnte sie nicht mehr anwesend sein - sie war bereits vor den Nazis nach Schweden geflüchtet.

Hahn berichtete in einem Brief am 19. Dezember 1938: "Es ist nämlich etwas bei dem Radiumisotop, was so merkwürdig ist, dass wir es vorerst nur Dir sagen. (. . .) unsere Radium-Isotope verhalten sich nicht wie Radium, sondern wie Barium (. . .). Vielleicht kannst Du irgendeine fantastische Erklärung vorschlagen (. . .)." Am 21. Dezember 1938 antwortete Lise Meitner: "Eure Radiumresultate sind sehr verblüffend. Ein Prozess, der mit langsamen Neutronen geht und zum Barium führen soll! (. . .) aber wir haben in der Kernphysik so viele Überraschungen erlebt, dass man auf nichts ohne weiteres sagen kann: Es ist unmöglich."

Bald darauf lieferte sie mit ihrem Neffen Otto Robert Frisch die theoretische Erklärung der Kernspaltung. "Hähnchen, das ist Physik, davon verstehst Du nichts", meinte sie zu Otto Hahn. Trotzdem bekam er dafür den Nobelpreis, Liese Meitner jedoch ging leer aus.(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5./6. 11. 2005)

Für das laufende Weltjahr der Physik erarbeiteten heimische Schulen (hier: Pannoneum Neusiedl am See) mit der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft, gefördert vom Wissenschafts- ministerium, einen Physik-Kalender: Dort findet sich zu jedem Tag im Jahr ein für die Physik bedeutendes Ereignis. Das ALBUM öffnet für jede Woche ein ausgewähltes Kalenderfenster.

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