Zivildiener schreiben an Caritas

7. November 2005, 09:38
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"Unerträgliche Bedingungen" mit sechs Euro pro Tag

Wien – Die Zivildienstvertreter sind es satt, dass wenn es um ihre Versorgung geht, "mit zweierlei Maß" gemessen werde. In einem offenen Brief an den Wiener Caritasdirektor Michael Landau macht der Verein "Plattform für Zivildiener" kurz vor dem für November erwarteten Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes seinem Ärger über jene 360 Euro monatlich Luft, die ein Zivi von Caritas und anderen Hilfsorganisationen für seine Tätigkeit erhält: "Halten auch Sie, Herr DDr. Landau, ein Verpflegungsgeld von sechs Euro pro Tag für angemessen?", will man darin etwa wissen.

Zivi-Sprecher Florian Seidl versteht die Position der Caritas insbesondere deshalb nicht, da diese auf der einen Seite "zu Recht" darauf hinweise, "dass beschämend viele Menschen in Österreich ihr Auskommen unter der Armutsgrenze von 785 Euro im Monat fristen müssen", auf der anderen Seite "mit Schuld" an der Misere trage. Denn "wider besseren Wissens" beschäftige Landau Zivis "zu unerträglichen Bedingungen". (kmo/DER STANDARD, Pritnausgabe, 5.11.2005)

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