Berlusconi sagte Wahlkampfauftritt in Bozen ab

7. November 2005, 08:24
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Aus Sicherheitsgründen - Regierungschef wird von Wirtschaftsminister Tremonti vetreten

Bozen/Rom - Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi hat den am heutigen Freitagnachmittag geplanten Wahlkampfauftritt in Bozen aus Sicherheitsgründen kurzfristig absagen müssen. Dies berichtete die Bozner Koordinatorin der Berlusconi-Partei Forza Italia, Michaela Biancofiore, nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur AGI. "Der Beschluss, Berlusconis Wahlkampfauftritt abzusagen, wurde von Innenminister (Giuseppe) Pisanu persönlich wegen Attentatsdrohungen gegen Berlusconi gefasst."

Scharfe Sicherheitsvorkehrungen

"Der Ministerpräsident befindet sich in keiner angenehmen Lage. Er hat seinen Besuch in Bozen nicht wegen seiner, sondern wegen der Sicherheit der Bürger abgesagt, die sich am Gerichtsplatz versammelt hätten", sagte Biancofiore. Berlusconi werde in Bozen von Wirtschaftsminister Giulio Tremonti ersetzt, der auch Vizepremier ist. Für Berlusconis Besuch waren in Bozen scharfe Sicherheitsvorkehrungen ergriffen worden.

Zuvor hatte das Büro des Ministerpräsidenten lapidar mitgeteilt, dass Berlusconi wegen einer "dringlichen Ministerratsitzung" nicht nach Bozen reise könne.

Vor Bürgermeister-Wahl

Berlusconi hätte um 18.30 Uhr auftreten sollen, sein politischer Gegner, Oppositionschef Romano Prodi, um 20.30 Uhr. Die Bürgermeister-Wahl in Bozen ist der einzige und daher auch letzte Urnengang vor der für den 9. April 2006 angesetzten landesweiten Parlamentswahl. Die Abstimmung war nötig geworden, weil der im vergangenen Jahr knapp gewählte und von Berlusconi unterstützte Bürgermeister Giovanni Benussi keine eigene Mehrheit hinter sich vereinigen konnte und schließlich aufgab.

Berlusconi hatte am Donnerstag betont, im Visier fundamentalistischer Attentäter zu sein. Die Geheimdienste berichteten, dass angeblich drei Selbstmordattentäter einen Anschlag auf Berlusconi im Mailänder San Siro-Stadion bei dem am 6. Dezember geplanten Champions League Spiel zwischen dem Fußballklub des Ministerpräsidenten, AC Milan, und dem deutschen Verein Schalke 04 planten. (APA)

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