1.350 Jobs bei Seat wackeln

21. November 2005, 14:54
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Gewerkschaften riefen zu Demonstration und Streik auf - Konzern beharrt auf Renditezielen

Barcelona - Die spanische Volkswagen-Tochter Seat will angesichts ihrer Absatz- und Ertragskrise knapp 1.350 Stellen streichen. Einen entsprechenden Plan legte das Unternehmen am Freitag an seinem Stammsitz bei Barcelona vor. Die Gewerkschaften lehnten das Vorhaben ab und riefen die rund 16.000 Beschäftigten für den kommenden Donnerstag zu einem 24-stündigen Streik sowie zu einer Demonstration auf.

Aus Protest gegen die Sparpläne des Unternehmens hatten die Mitarbeiter bereits Ende Oktober kurzzeitig die Arbeit niedergelegt. Um die Überkapazitäten angesichts gesunkener Produktionszahlen abzubauen schlug Seat zudem vor, die Arbeitszeiten und die Löhne um 10 Prozent zu kürzen. Die Gewerkschaften sprachen sich stattdessen für eine Vorruhestandsregelung für Mitarbeiter im Alter von mehr als 58 Jahren aus. In Verhandlungen soll nun eine Einigung gefunden werden. Die Regionalregierung Kataloniens in Barcelona bot ihre Zusammenarbeit an.

Sorgenkind der VW-Familie

Seat ist bereits seit längerem ein Sorgenkind im VW-Konzern. 2004 waren die weltweiten Verkäufe der Marke um fast 4 Prozent auf 442.000 Fahrzeuge zurückgegangen. Von Jänner bis Ende August 2005 sanken die Pkw-Neuzulassungen von Seat in Europa um fast 5 Prozent auf 257.000.

Vor knapp zwei Monaten hatte der VW-Konzern Spekulationen über einen Verkauf von Seat oder eine Schließung des Werkes in Martorell bei Barcelona zurückgewiesen. Trotz der schlechten Zahlen wolle VW an dem spanischen Autohersteller festhalten. Bei Seat hieß es, der Autobauer befinde sich in einem Umstrukturierungsprozess, aus dem er saniert hervorgehen wolle. Das Unternehmen habe mit einem schwierigen Markt zu kämpfen.

Ein VW-Konzernsprecher sagte damals, Seat müsse wie alle anderen Marken die vom Konzern vorgegebenen Renditeziele erreichen. Dazu bedürfe es einer "Neuausrichtung" mit neuen Modellen, Marketingmaßnahmen und einem Imagewandel. (APA/dpa)

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    Die spanische VW-Tochter Seat soll einen neues "Gesicht" bekommen.

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