Staatsoper: Zum Jubiläum "langjähriger Traum" erfüllt

4. November 2005, 15:23
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Neues Staatsopernmuseum im Hanuschhof eingeweiht - erste Ausstellung den Jahren 1955 bis 2005 gewidmet

Wien - Am Samstag, dem 50. Jahrestag der Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper nach dem Zweiten Weltkrieg, wird das neue Staatsopernmuseum im Hanuschhof eingeweiht. Staatsoperndirektor Ioan Holender präsentierte am Freitag "die Erfüllung eines langjährigen Traums". Die erste Ausstellung und ein zum Jubiläum erschienenes Buch von Leo Mazakarini dokumentieren die Staatsopernjahre von 1955 bis 2005.

An die Zerstörung der Oper 1945 und den Wiederaufbau erinnern großformatige, kommentierte Fotos in auswechselbaren Glas- Schauflächen an der Fassade der ehemaligen Bundestheater- Kassenhallen. Das Foyer, das auch einen Shop beherbergt, wurde mit Porträts von 115 berühmten Sängern und Sängerinnen als "Musee sentimentale" konzipiert, wie der für die Errichtung der Räumlichkeiten und die Gestaltung der ersten Schau verantwortliche Architekt und Bühnenbildner Hans Hoffer erläuterte.

Von Böhm bis Holender

Im Ausstellungsraum werden dann die 50 Jahre von der Ära Karl Böhm bis zu Ioan Holender anhand von Fotos, Dokumenten, Modellen und Kostümen nachvollzogen. Staatsopern-Chefdramaturg Blaha, der unter Mithilfe von Theatermuseum-Direktor Trabitsch für die inhaltliche Konzeption der Ausstellung und des Museums verantwortlich zeichnet, hat in aufwendigster Recherche unter anderem die verschollen geglaubten Mailänder Verträge zwischen Herbert von Karajan und der Mailander Scala aufgetrieben, die 1956 die Globalisierung der Opernwelt einleiteten.

In Vitrinen findet sich weiters unter anderem ein prunkvoller sizilianischer Eselskarren aus einer "Bajazzo"-Inszenierung von 1959, Karajans Taktstock, aber auch eines von Marcel Prawys legendären Plastiksackerln. Aus einem zentralen "Sängerhimmel" hinter roten Samtvorhängen erklingen Stimmproben. Und von Siemens gesponserte Info -Terminals erlauben Datenbank-Recherchen zu allen 13.000 Vorstellungen seit 1955.

Die offizielle Eröffnung findet am Samstag um 17.30 Uhr vor dem Festkonzert in der Staatsoper, statt. Bis 19 Uhr ist das Museum dann bei freiem Eintritt geöffnet. (APA)

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    Karajan-Büste blickt in der ehemaligen Kassenhalle der Bundestheater im Hanusch-Hof

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