Austria Frost arbeitet vorerst weiter

7. November 2005, 12:57
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Tiefkühlwerk wurde noch nicht verkauft - Laut Masseverwalter aber "zahlreiche ernsthafte Interessenten"

Wien - Der in Konkurs befindliche größte österreichische Tiefkühlproduzent, Austria Frost, wird vorerst weitergeführt, ein Verkauf des Unternehmens ist aber noch nicht erfolgt. Dies sagte Austria Frost-Masseverwalter Christoph Stapf am Freitag gegenüber der APA. Gespräche mit möglichen Kandidaten für eine Übernahme hätten ergeben, "dass es zahlreiche ernsthafte Interessenten gibt", sagte Stapf. Zudem sei "ausreichende Liquidität für die Fortführung des Unternehmens vorhanden".

Fortführungs-Beschluss mit Gläubigern

Das Werk im Marchfeld soll bis zum Verkauf fortgeführt werden. Stapf wollte sich nicht festlegen, bis wann damit zu rechnen ist. Der Fortführungs-Beschluss werde in den Nachmittagsstunden auch formell mit den Gläubigern von Austria Frost unter Dach und Fach gebracht, hieß es. Das Werk beschäftigt direkt etwa 250 Personen, direkt und indirekt hängen wenigstens 800 Jobs an dem Tiefkühlbetrieb.

Das bis 2001 dem niederländischen Nahrungsmittriesen Unilever gehörende Werk hatte Ende Oktober Konkurs anmelden müssen. Eigentümer ist heute die Vorarlberger 11er-Gruppe. Unter der Marke "Marchfeldgemüse" wird vor allem für "Iglo" und "Knorr", beides Marken von Unilever, produziert. Die Fabrik Groß-Enzersdorf im Norden von Wien verarbeitete zuletzt rund 35.000 Tonnen Rohgemüse pro Jahr. Austria Frost hat nach Angaben der Landwirtschaftskammer knapp 280 Bauern mit einer Anbaufläche von mehr als 2.000 Hektar unter Vertrag.

Mindestens vier Übernahme-Interessenten

Die Anzahl der Interessenten für eine Übernahme beläuft sich nach Medienberichten auf wenigstens vier. Beobachter rechnen damit, dass die Gläubiger voraussichtlich noch im November, spätestens aber im Dezember über Verkauf oder Liquidierung entscheiden. Nach Meinung von Beobachtern hängt die Attraktivität von Austria Frost wesentlich von den Bedingungen ab, die der frühere Eigentümer und nunmehrige Hauptabnehmer Unilever für eine Fortführung der Produktion bietet. (APA)

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