Opposition fordert Rücktritt Gorbachs

21. November 2005, 15:33
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Darabos sieht Bahn-Reform gescheitert: "Supergau früher eingetreten als erwartet" - Strache: Vizekanzler "völlig überfordert"

Wien - Die SPÖ sieht angesichts des Wirbels um das Eisenbahner-Dienstrecht die Reform der ÖBB gescheitert. "Der Supergau ist früher eingetreten, als alle erwartet haben", ätzte SP-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos bei einer Pressekonferenz am Freitag. Die zuständigen Regierungsmitglieder, Vizekanzler Hubert Gorbach (BZÖ) und Verkehrsstaatssekretär Helmut Kukacka (ÖVP) forderte der SP-Manager zum Rücktritt auf.

Vor allem kritisierte Darabos, dass Gorbach in Abwesenheit des ÖBB-Vorstandschefs Martin Huber den Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen gefordert habe. Der SP-Geschäftsführer sieht ein "wirtschaftliches Desaster" auf die ÖBB zukommen. Verantwortlich dafür sei die Regierung und das "Duo Infernal" Gorbach und Kukacka.

Strache: ÖBB "an Kopf und Gliedern erneuern"

Den Rücktritt Gorbachs verlangte am Freitag auch FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache. "Die ÖBB gehört an Kopf und Gliedern reformiert. Beginnen sollte man dabei mit dem Kopf, der in diesem Fall dem Infrastrukturminister gehört", erklärte Strache in einer Pressemitteilung. Der Infrastrukturminister versuche den politischen Spagat zwischen Einsparung und Attraktivierung - mit wenig Aussicht auf Erfolg - zu schaffen. Eisenbahnergewerkschafts-Chef Wilhelm Haberzettl habe "recht, wenn er Gorbach völlige Ahnungslosigkeit" unterstelle, so Strache. (APA)

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