Spezielle Radio-Immuntherapie gibt Hoffnung bei Enddarmkrebs

4. November 2005, 12:54
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Weitere Studien stehen aber noch an

Göttingen - Eine spezielle Radio-Immuntherapie hat in einer kleinen klinischen Studie die Lebenserwartung von Patienten mit Enddarmkrebs (kolorektalem Karzinom) merklich erhöht. Die verwendeten radioaktiv markierten Antikörper könnten auch Metastasen aufspüren, die auf anderem Weg nicht zu erkennen seien, heißt es in einer am Freitag bekannt gewordenen Mitteilung der Universität Göttingen. Es handelt sich allerdings erst um eine frühe Stufe der klinischen Überprüfung (so genannte Phase II) mit lediglich 23 Patienten.

An die Antikörper namens Labetuzumab gekoppeltes radioaktives Jod könne Tumorzellen dann an Ort und Stelle vernichten. Die von den Göttinger Forschern um Torsten Liersch gemeinsam mit US-Kollegen vom Zentrum für molekulare Medizin in Belleville sowie dem Labetuzumab- Hersteller Immunomedics in Morris Plains (beides US-Staat New Jersey) erstellte Studie wurde im "Journal of Clinical Oncology" (DOI: 10.1200/JCO.2005.18.622) veröffentlicht.

Im Rahmen der Untersuchung wurde bei 19 Patienten, denen Lebermetastasen chirurgisch entfernt worden waren, die Überlebenszeit nach einer einmaligen Antikörpertherapie ermittelt. Diese Patienten überlebten durchschnittlich 68 Monate. Das sei mehr als doppelt so lange wie Patienten ohne Radio-Immuntherapie, teilte die Universität mit. In einer weiteren Studie wollen die Wissenschaftler nun untersuchen, wie sich die wiederholte Gabe radioaktiv markierter Antikörper auswirkt. (APA/dpa)

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