Wiener Ärztekammer warnt vor unkontrollierter Handy-Nutzung

11. November 2005, 10:10
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Ordinationsplakate werden an alle Arztpraxen in Wien verschickt

Die Wiener Ärztekammer versendet in den kommenden Tagen Ordinationsplakate an alle Arztpraxen in der Bundeshauptstadt, in denen vor den möglichen gesundheitlichen Gefahren durch häufiges und unkontrolliertes Telefonieren mit dem Handy gewarnt wird. Aufgelistet werden dabei die "10 medizinischen Handy-Regeln", die eine maximale Reduzierung der Strahlenexposition garantieren sollen, so die Kammer am Freitag in einer Aussendung.

"Sicher ist sicher"

Man handle nach dem Motto "Sicher ist sicher", hieß es. "Wir haben uns zu dieser Aktion entschlossen, da auf Grund der Ergebnisse letzter Studien mögliche negative Langzeitwirkungen durch Mobilfunkstrahlen nicht auszuschließen sind", betonte der Wiener Ärztekammerpräsident Walter Dorner. Für die Ärzteschaft gelte dabei uneingeschränkt das Vorsorgeprinzip: "Solange sich die Hinweise auf Langzeitgefährdungen des Menschen in Laborversuchen verdichten und wir die Spätfolgen nicht wirklich abschätzen können, ist maximale Vorsicht anzuraten."

Rat

In den "Handy-Regeln" rät die Ärztekammer unter anderem, nur in dringenden Fällen und dann nur kurz zu telefonieren, das Handy nachts auszuschalten, keine Spiele am Mobiltelefon zu spielen, das Handy während des Gesprächsaufbaus und beim Versenden von SMS-Nachrichten nicht in Kopfnähe zu bringen sowie ein paar Meter Abstand von anderen Personen zu halten, da sie mitbestrahlt würden.

Kinder

Speziell bei Kindern sollten diese Regeln besondere Beachtung finden, da sie gegenüber hochfrequenter Strahlung empfindlicher seien als Erwachsene, so die Kammer. Kinder unter 16 Jahren sollten Handys daher nur im äußersten Notfall benutzen.

Wie Dorner anmerkte, seien die von der Wiener Ärztekammer postulierten Vorsichtsmaßnahmen "ohne wirkliche Einschränkung der Mobilität und Lebensfreiheit" möglich: "Keiner kann mir wirklich erzählen, dass sein Handy eingeschalten während der ganzen Nacht unbedingt am Kopfpolster liegen muss. Und auch das Weghalten des Handys während des Rufaufbaus vom Körper mindert nicht wirklich die Bequemlichkeit des Handy-Benützers."

Nervig

In der Plakataktion wendet sich die Ärztekammer auch gegen das Telefonieren im Wartezimmer. Dorner: "Immer wieder berichten mir Patienten, wie nervig es für sie ist, wenn während der Wartezeit in der Ordination es von allen Seiten bimmelt und lautstark Trivialitäten via Handy kommuniziert werden." Daher findet sich auf den Plakaten auch der Leitsatz: "Handys raus aus dem Wartezimmer! Es strahlt und stört!" (APA)

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