UN-Experte Nowak: US-Geheimgefängnisse im Ausland möglich

6. November 2005, 14:54
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Österreichischer Sonderberichterstatter: Jedes geheime Lager Verletzung der Menschenrechte

Wien - Der UNO-Sonderberichterstatter für Folter, der Österreicher Manfred Nowak, hält es für möglich, dass es US-Geheimgefängnisse im Ausland gibt. Allerdings könne er dies aus seiner Praxis weder bestätigen noch dementieren, sagte Nowak in der Nacht auf Freitag in der "ZIB 3".

Jedes geheime Lager stelle eine "Verletzung der Menschenrechte" dar, hielt der Experte fest, und erwähnte in diesem Zusammenhang das "Phänomen des Verschwinden-Lassens", wie man es etwa aus Lateinamerika kenne. Dies sei für sich genommen schon eine unmenschliche Behandlung sowohl für die Angehörigen als auch für die betreffende Person selbst, die befragenden Beamten in dieser Situation "völlig ausgeliefert" sei.

"Wirklicher Durchbruch"

Die Einladung der USA an drei UNO-Sonderberichterstatter, das Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba zu besuchen, wertete Nowak als "wirklichen Durchbruch". Der Besuch sei für 6. Dezember vorgesehen, und von Seiten der UNO-Vertreter seien alle Bedingungen der USA anerkannt worden - mit einer Ausnahme: Die Sonderberichterstatter fordern laut Nowak weiterhin direkten Zugang zu den Gefangenen. Der Experte zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die USA in diesem Punkt noch einlenken würden. (APA)

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