Zehntausende protestieren gegen Bush-Besuch

7. November 2005, 18:46
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US-Präsident will bei Amerika-Gipfel Pläne für panamerikanische Freihandelszone voranbringen

Mar del Plata - In Argentinien haben sich am Freitag zehntausende Menschen zu Protesten gegen das Gipfeltreffen der amerikanischen Staaten versammelt. Geplant war ein Demonstrationszug durch die Stadt Mar del Plata, wo sich 34 Staats- und Regierungschefs zu der zweitägigen Konferenz trafen. Unter ihnen war auch US-Präsident George W. Bush, der den Plan seiner Regierung für eine panamerikanische Freihandelszone (FTAA) voranbringen wollte.

Im Mittelpunkt des zweitägigen Gipfels sollte nach dem Willen der Organisatoren die Reduzierung der Arbeitslosigkeit und die Bekämpfung der Armut in Nord- und Südamerika stehen. In den vergangenen Tagen konzentrierte sich die Aufmerksamkeit der Teilnehmer jedoch auf die FTAA. Der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) zeigte sich enttäuscht von dieser Entwicklung. "Dies ist kein Gipfel über die FTAA", erklärte Jose Miguel Insulza.

Die USA sehen im freien Handel von der kanadischen Arktisregion bis Feuerland das wichtigste Rezept für die Überwindung der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Probleme Lateinamerikas. Kritiker wie der venezolanische Präsident Hugo Chavez erklärten dagegen, der Freihandel werde den Ländern Südamerikas aufgezwungen. Aus brasilianischen Regierungskreisen verlautete, 28 der 34 Teilnehmer des Gipfels seien bereit, die Verhandlungen über eine Freihandelszone wieder aufzunehmen.

An den Protesten wollte sich auch der frühere Fußballstar Diego Maradona beteiligen, der am Donnerstagabend gemeinsam mit hunderten Aktivisten in einem Zug nach Mar del Plata fuhr. Chavez wollte in einem Stadion vor tausenden Kritikern des Freihandels eine Rede halten. Er war genau wie Bush am Donnerstag in Argentinien eingetroffen. Am gleichen Tag übten die venezolanischen Streitkräfte die Abwehr eines möglichen US-Angriffs. Chavez verteidigte das Manöver als notwendig für die Sicherheit des Landes.

Das Gipfeltreffen wurde begleitet von strengen Sicherheitsvorkehrungen. Rund 8.000 Polizisten waren im Einsatz, der Stadtteil mit den Tagungshotels wurde abgeriegelt. (APA/AP)

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    Demonstration der argentinischen Arbeiterpartei

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