Deutsche Metallindustrie fordert Aussetzen des CO2-Emissionshandels

10. November 2005, 19:37
2 Postings

Vor Treffen mit Kanzler Schröder - Gipfel zur Rettung deutscher Aluminium-Standorte

Berlin - Unmittelbar vor dem Krisen-Gipfel zur Rettung deutscher Aluminium-Standorte bei Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat die Metallindustrie eine zeitweise Einstellung des CO2- Emissionsrechte-Handels gefordert. Der im April diesen Jahres eingeführte Handel mit Verschmutzungsrechten für Kohlendioxid (CO2) habe Strom um mehr als 30 Prozent verteuert, sagte der Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Metalle (WVM), Martin Kneer, der Tageszeitung "Die Welt": "Das führt zu konkreten Existenzgefährdungen von Unternehmen."

Der Verband, der für 645 Unternehmen mit 111.000 Beschäftigten spricht, will sich nun in einem Schreiben an die Koalitionsarbeitsgruppen dafür einsetzen, "den Emissionshandel auszusetzen", kündigte Kneer an. "Das Problem ist akut und kostet unserer Unternehmen jeden Tag viel Geld, deshalb können wir nicht bis zum Beginn der nächsten Emissionshandelsperiode 2008 auf eine Lösung warten."

Nach Ansicht der Wirtschaftsvereinigung ist der Emissionshandel hauptverantwortlich für die hohen Industriestrompreise in Deutschland. "Die Hersteller und Verarbeiter von Nichteisen-Metallen sind von einem Konstruktionsfehler des Emissionshandelssystems massiv betroffen", sagte Kneer. "Dieser Konstruktionsfehler führt dazu, dass Stromerzeuger die kostenlos zugeteilten Emissionsrechte als Opportunitätskosten einpreisen können." Diese "Umverteilung von wahrscheinlich mehreren Milliarden Euro" zu Lasten der Verbraucher und energie-intensiven Industrie sei "nicht hinnehmbar und muss schnellstens beendet werden". (APA/dpa)

Share if you care.