Parteipolitikmüder Pröll

5. März 2006, 19:30
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Pröll reiste zuletzt auffallend viel

Es ist schon eine Zeit lang her, dass sich VP-Lebensminister Josef Pröll zum innenpolitischen oder -koalitionären Leben geäußert hat. Pröll ist politikmüde, wird in der Koalition gemunkelt. Er sei nur "koalitionsmüde", heißt es in seinem Umfeld.

In der Tat kann Pröll niemand vorwerfen, nicht im Dienste des Landes unterwegs zu sein. Madrid, Prag, Bukarest, zuletzt New York - Pröll reiste zuletzt auffallend viel. Im November wird der Vielflieger in Summe gerade einmal eine Woche in Wien verbringen. Die Vorbereitung der EU-Präsidentschaft - Pröll muss Termine im Umwelt- und Landwirtschaftsbereich wahrnehmen - bringt weitere Flugmeilen.

Hinter der regen Reisetätigkeit Prölls vermuten manche Schwarze - mitunter durchaus neidvoll - eine bewusste Strategie in eigener Sache. Für Pröll, einst Vorzeige-Minister und Inkarnation für schwarz-grüne Fantasien, gäbe es derzeit keinen Platz in der schwarzen Mannschaftsaufstellung. "Rechts von uns die Wand", lautet ja die Tageslosung. Da passt der grün-angehauchte Lebensfroh-Minister nicht so recht dazu. Pröll halte sich deshalb absichtlich fern, um sein Image sauber zu halten - für die Zeit nach Schwarz-Blau-Orange. (DER STANDARD, Printausgabe, 04.11.2005)

Von Barbara Tóth
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    foto: standard/newald
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