Prozess um Bombenanschläge von Madrid und Casablanca begonnen

4. November 2005, 20:05
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13 Verdächtige in Brüssel vor Gericht

Brüssel - In Brüssel hat am Donnerstag einer der größten Terrorismus-Prozesse Europas begonnen. Auf der Anklagebank sitzen 13 Verdächtige, die die Attentäter von Madrid und Casablanca unterstützt haben sollen.

Keinem der Angeklagten wird vorgeworfen, direkt in die Anschläge verwickelt gewesen zu sein. Sie sollen aber Mitgliedern der Extremistenorganisation "Gruppe Marokkanischer Islamischer Kämpfer" (GICM) Unterschlupf geboten und diese mit gefälschten Dokumenten versorgt haben. Alle Verdächtigen sollen Mitglieder einer belgischen Zelle der GICM sein. Sie gingen den Fahndern bei Razzien im vergangenen Jahr ins Netz.

191 Tote

Die GICM soll 2004 bei den Anschlägen in Madrid auf vier Pendlerzüge eine Rolle gespielt haben. Damals wurden 191 Menschen getötet. Außerdem werden ihr auch die Selbstmordattentate in der marokkanischen Stadt Casablanca im Jahre 2003 zur Last gelegt, bei denen 45 Menschen ums Leben kamen. Sollten die Angeklagten schuldig gesprochen werden, drohen ihnen bis zu zehn Jahre Haft. Wann mit einem Urteil zu rechnen ist, stand zunächst nicht fest. (APA/Reuters)

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