Prager Justiz untersucht Massaker an tschechischen Zivilisten 1945

3. November 2005, 17:26
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Deutsche Justiz soll Material für mögliche Prozesse erhalten

Prag - 60 Jahre nach Massakern an tschechischen Zivilisten geht die Justiz in Prag konkreten Hinweisen auf drei in Deutschland lebende mögliche Täter nach. Es handle sich um einen früheren SS-Hauptsturmführer, einen ehemaligen HJ-Angehörigen sowie um eine damalige Aufseherin im KZ Theresienstadt, bestätigten Behördensprecher der Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" (Donnerstagsausgabe). Ziel der Ermittlungen sei, der deutschen Justiz Material für mögliche Prozesse zur Verfügung zu stellen.

Konkret gehe es unter anderem um ein Massaker an 26 Zivilisten in der tschechischen Ortschaft Leskovice wenige Tage vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Hier habe sich eine Zeugin gefunden, die den heute 87-jährigen früheren SS-Hauptsturmführer belaste, hieß es. Außerdem werde ein heute 77-jähriger ehemaliger HJ-Angehöriger verdächtigt, an einem Massaker mit mehr als 50 Toten am 7. Mai 1945 in Velke Mezirici beteiligt gewesen zu sein. (APA/dpa)

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