Palästinenser greifen Israel mit Mörser an

5. November 2005, 16:45
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13-Jähriger von israelischen Soldaten schwer verletzt - Hamas stellt Bedingungen für Verlängerung der Waffenruhe

Jerusalem - Militante Palästinenser im Gazastreifen haben am Donnerstag den Süden Israels mit Mörsergranaten angegriffen. Dabei wurde mindestens ein Soldat leicht verletzt, wie ein Militärsprecher mitteilte. Angegriffen wurde ein Gebiet in der Nähe des Kibbuz Nahal Os. Die israelischen Streitkräfte erwiderten das Feuer mit Artilleriebeschuss.

Im Westjordanland wurde ein 13-Jähriger lebensgefährlich verletzt. Er habe in Jenin Steine auf eine Militärpatrouille geworfen, woraufhin die Soldaten ihm in den Kopf geschossen hätten, sagten palästinensische Krankenhausmitarbeiter. Der Jugendliche wurde in ein israelisches Krankenhaus verlegt und an lebenserhaltende Systeme angeschlossen. Zuvor hatte es geheißen, der Jugendliche sei erschossen worden.

In Jenin war zu dieser Zeit eine Razzia im Gange, Soldaten umstellten ein Haus, in dem ein Mitglied des Islamischen Jihads vermutet wurde. Der Mann konnte nach palästinensischen Angaben entkommen.

Waffenruhe unter bestimmten Bedingungen

Ein Funktionär der radikalislamischen Hamas-Organisation teilte unterdessen mit, dass die Gruppe unter bestimmten Bedingungen doch zu einer Verlängerung des Waffenstillstands mit Israel bereit wäre. Wenn Israel seine Angriffe einstelle und seine palästinensischen Gefangenen freilasse, sei die Hamas zur Erneuerung des bis zum Jahresende befristeten Waffenstillstands bereit, erklärte Mahmoud Sahar, ein führendes Mitglied der Organisation im Gazastreifen.

Sahar widersprach damit Aussagen eines Hamas-Sprechers vom Vortag. Mushir al-Masri hatte am Mittwoch erklärt, die Gruppe wolle die Ende des Jahres auslaufende Waffenruhe mit Israel nicht mehr verlängern. Er reagierte damit auf den Tod eines Hamas-Mitglieds, das bei einem gezielten Luftangriff der israelischen Streitkräfte ums Leben gekommen war. (APA/AP)

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