Protest in Tokio gegen Änderung von Friedensverfassung

27. Dezember 2005, 12:30
2 Postings

Regierungspartei will Kampfeinsätze im Ausland ermöglichen

Tokio - Mehr als 400 Friedensaktivisten haben am Donnerstag in Tokio gegen die geplante Streichung des Pazifismus-Gebots aus der japanischen Verfassung protestiert. Eine ähnliche Kundgebung fand vor der japanischen Botschaft in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul statt. Redner wiesen darauf hin, dass die derzeit gültige Verfassung den Einsatz kämpfender Truppen im Ausland verbietet.

Die konservative Liberal-Demokratische Partei (LDP) von Ministerpräsident Junichiro Koizumi hatte nach ihrem deutlichen Sieg bei der Parlamentswahl im September vergangene Woche einen Entwurf für eine Verfassungsänderung vorgelegt, demzufolge japanische Soldaten künftig an Kampfeinsätzen im Ausland teilnehmen können.

Erster Auslandseinsatz seiot dem Zweiten Weltkrieg

Den ersten Auslandseinsatz japanischer Truppen in einem Kampfgebiet seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatte es Anfang 2004 gegeben: Derzeit sind in der südirakischen Stadt Samawa etwa 550 japanische Soldaten stationiert. Sie dürfen gemäß der Verfassung nicht an Kämpfen teilnehmen. Nach dem für das japanische Kaiserreich desaströsen Verlauf des Zweiten Weltkriegs musste Japan seine Armee auf Geheiß der Siegermächte stark verkleinern und dem "Expansionismus und Militarismus" abschwören. Die verbleibenden Truppen tragen offiziell den Titel "Selbstverteidigungskräfte". (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    In Tokio gingen tausende Menschen auf die Straße um gegen die geplante Verfassungsänderung zu protestieren.

Share if you care.