Ursachenforschung in Favoriten

6. November 2005, 18:46
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Interne Aussprache zwischen Austria-Führung und Mannschaft - Stöger ortet keine Unruheherde - Sionko: "Wir sind ein Kollektiv"

Wien - Allerheiligen, die Zeit der Ruhe und des Nachdenkens, hat der in der T-Mobile-Bundesliga seit vier Spielen sieg- und torlose Cupsieger Austria Magna zur Ursachenforschung genützt. Während rund 90 Minuten in der Kabine des Horr-Stadions wurde zwischen Aktiven und Trainern offen über die dürftigen Leistungen in den jüngsten Partien diskutiert. Die sportliche Führung redete mit dem Kader Tacheles.

Geredet wurde über alles - unverblümt und ohne Maulkorb. "Es war an der Zeit, so eine Sitzung zu machen. Wir haben uns alle Spieler angehört, mit ihnen diskutiert. Und natürlich haben auch wir uns hinterfragt, aber das macht man als Trainer ja ständig. Wie ist das Training, gibt es negative Strömungen, was kann man verbessern?", erzählte Sportdirektor Peter Stöger von der Aussprache am Dienstag.

Gemeinsames Ziel

Der Ex-Internationale kann seinem Betreuerstab und sich selbst keine Vorwürfe machen. "Es liegt nicht an uns, es gibt auch keine Unruheherde in der Mannschaft und die hat es während unserer Zeit auch nie gegeben. Dieser Eindruck wurde von allen bestätigt", meinte der 39-Jährige. Alle seien nach der Unterredung zu dem Schluss gekommen, ein gemeinsames Ziel verfolgen zu müssen. Und dieses lautet: "Wieder besser und erfolgreich Fußball spielen."

Den Weg aus dem Wellental bzw. die Trendumkehr wollen die Wiener am Sonntag im Schlager der 18. Runde in Pasching finden und einleiten. Dort wird Georg Zellhofer zum letzten Mal vor seinem Wechsel zu Meister Rapid als Superfund-Coach fungieren. Die zwei, im UEFA-Cup gescheiterten Vereine sind erster bzw. zweiter Verfolger von Tabellenführer Red Bull Salzburg und nur durch einen einzigen Zähler voneinander getrennt.

Dospel klagt über Becken-Schmerzen

Die Gäste müssen auch in Pasching auf ihren Kapitän Ernst Dospel verzichten, der schon gegen Sturm Graz und Wacker Tirol wegen Verletzung gefehlt hat. Der Teamverteidiger nahm auch nicht an der internen Austria-Sitzung am Dienstag teil, weil er eine wichtige Therapie auf seinem Kalender stehen hatte. Dospel kämpft schon seit einem Jahr immer wieder mit Problemen im Beckenbereich, zuletzt sind die Schmerzen heftiger geworden.

"Wir werden uns schon am Sonntag in Pasching ganz anders als zuletzt präsentieren. Wir wissen, wo wir den Hebel ansetzen müssen. Jeder hat verstanden, worum es geht", kündigte nach der Aussprache Libor Sionko an. Der Tscheche kennt offene Diskussionen innerhalb der Mannschaft, er hat solche schon während seiner Sparta-Prag-Zeit einige Male miterlebt. Es sei normal und wichtig, in Phasen, in denen es nicht nach Wunsch laufe, alles intern auszusprechen.

"Keine Streitereien"

Für den Mittelfeldspieler ist klar, dass den Worten Taten folgen müssen. "Wir sind ein sehr gutes Kollektiv, es gibt keine Streitereien, das müssen wir auch auf dem Platz zeigen. Wenn es spielerisch nicht geht, muss man kämpfen, dann kommt nach gewisser Zeit der Rest wieder ganz von alleine", so der 28-Jährige, der einige Punkte zur Besserung nannte: Schneller von hinten herausrücken, offensiv mehr Druck erzeugen, im Strafraum richtig umrühren und so den Gegner zu Fehlern zwingen. (APA)

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