Nico Rosberg erhält Williams-Platz

29. November 2005, 19:29
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Der Weltmeister-Sohn fährt unter deutscher Flagge - Vorbild des 20-Jährigen ist nicht der eigene Vater, sondern Mika Häkkinen

London - Nico Rosberg wird im kommenden Jahr neben dem Australier Mark Webber für das Williams-Cosworth-Team fahren. Das hat der Formel 1-Rennstall am Donnerstag offiziell bekannt gegeben. Der 20-jährige Sohn des früheren Weltmeisters Keke Rosberg unterzeichnete einen mehrjährigen Vertrag. Nico ist neben Rekord-Weltmeister Michael Schumacher (Ferrari), Ralf Schumacher (Toyota) und Nick Heidfeld (BMW) der vierte Deutsche, der in der WM-Saison 2006 in der "Königsklasse" des Motorsports am Start ist.

Rosberg junior wurde 1985 in Wiesbaden geboren und wuchs in Monaco auf. Seine Mutter Sina ist Deutsche, er spricht vier Sprachen und besitzt einen deutschen und deinen finnischen Pass. Sein Vater Keke ist Finne, er wurde 1982 in einem Williams-Ford Formel-1-Weltmeister. Die Familie hat auch einen Bezug zu Österreichs, Keke hat ein Haus in Zell am See, in dem auch Nico öfters einmal ein paar Tage verbringt.

Traum vom Titel

"Ich wollte schon immer ein Formel-1-Fahrer werden, ein großer. Der ganze Sport hat mich immer fasziniert, die Autos, die technische Seite, die Atmosphäre. Sogar die Fans und die Art, wie man die Leute unterhält", sagte Rosberg junior, der kein Problem damit hat, auf den berühmten Vater angesprochen zu werden: "Ich werde hart daran arbeiten, so gut zu werden wie er, aber Vergleiche sollte man jetzt nicht anstellen. Aber er hat das Höchste erreicht im Motorsport, und das ist auch mein Traum. Ich werde mein Bestes geben, dort hin zu kommen."

Keke Rosberg hat seine Karriere 1986 beendet, er hat von 114 Grand Prix fünf gewonnen. "Ich hoffe, ich kann das überbieten", mangelt es Nico nicht an Ansporn. Sein großes Vorbild ist aber nicht der Papa, sondern ein anderer Finne: Mika Häkkinen, der Weltmeister von 1998 und 1999. "Ein großer Pilot, ich werde alles tun, es ihm nachzumachen."

Im Oktober hat Nico Rosberg den Titel in der GP-2-Serie, der wichtigsten Nachwuchsklasse, gewonnen. Für Williams absolviert er daraufhin Tests und war beim WM-Finale in Schanghai Reservefahrer. Der 20-Jährige ist der erste Sohn eines Champions in der Formel 1 seit dem Rücktritt von Damon Hill 1999. "Ich denke, ich bin nur einer von vielen in der Formel 1, die über die Aussichten von Nico Rosberg aufgeregt sind", sagte Teamboss Frank Williams.

Keine Chance für Pizzonia

Die Rosberg-Verpflichtung wurde möglich, weil sich Jenson Button aus dem Vorvertrag mit Williams herauskaufte, um bei BAR Honda zu bleiben. Nicht erfüllt haben sich damit die Hoffnungen des Brasilianer Antonio Pizzonia, der in den letzten fünf Saisonrennen den verletzten Heidfeld ersetzte, auf ein Williams-Cockpit.

Im Oktober 2002 war der damals 17-jährige Nico Rosberg als frisch gebackener deutscher Formel-BMW-Meister von BMW zu Formel 1-Testfahrten im FW24 des Williams-BMW-Rennstalls eingeladen worden, die er im darauf folgenden Dezember in Barcelona auf dem Circuit de Catalunya absolvierte. Er ist damit der jüngste Fahrer, der je ein Formel-1-Auto gelenkt hat: "Es war sensationell, jetzt will ich nichts anderes mehr fahren", meinte Rosberg damals. In seiner schnellsten Runde kam er auf 1:21,07 Minuten, Tagesbester in 1:18,17 war übrigens sein zukünftiger Teamkollege Webber im Jaguar.

Am 29. November stehen in Barcelona die ersten Testfahrten mit den neuen Cosworth V8 Motoren auf dem Programm: "Ich freue mich schon darauf, und ich hoffe, dass ich möglichst viel dabei lerne", so der junge Pilot. (APA/Reuters/AFP)

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    Rosberg muss hohe Erwartungen erfüllen.

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