DM-Gründer fordert Grundeinkommen

10. November 2005, 19:37
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Für Götz Werner steckt Deutschland in keiner Wirtschaftskrise, sondern in einer Verteilungskrise und fordert ""Radikalreformen statt Banalreformen"

Stuttgart - Der Gründer der Drogeriemarktkette dm, Götz Werner, tritt für ein bedingungsloses Grundeinkommen ein. Werner starte am Donnerstag eine entsprechende Anzeigenkampagne, berichtet die "Stuttgarter Zeitung". Nach Werners Meinung gebe es in Deutschland keine Wirtschaftskrise, sondern eine Verteilungskrise.

Weil es der Wirtschaft in den vergangenen 50 Jahren gelungen sei, die menschliche Arbeit mit Maschinen zu ersetzen, müssten nun Einkommensalternativen geschaffen werden. Zu diesem Zweck schlage Werner ein bedingungsloses Grundeinkommen von 1.300 bis 1.500 Euro pro Kopf vor.

Die Wirtschaft habe nicht nur die Aufgabe, die Menschen mit Gütern und Dienstleistungen zu versorgen, argumentiert Werner der Zeitung zufolge. Ebenso wichtig sei es, die Bürger mit ausreichend Geld auszustatten, damit diese die von den Unternehmern produzierten Güter und Dienstleistungen auch nachfragen könnten.

"Radikalreformen"

"Das Thema ist reif", sagte Werner demnach. "Die Menschen sind verunsichert und spüren, dass man Paradigmen in Frage stellen muss. Jetzt werden in Berlin die Karten neu gemischt. Was wir brauchen, sind keine Banalreformen, sondern Radikalreformen."

Werners Kampagne beginnt demnach am Donnerstag mit einer halbseitigen Anzeige in der Wochenzeitung "Die Zeit", danach sollen mit je einem Tag Abstand Inserate in anderen überregionalen Zeitungen folgen. Die Kosten der Kampagne bezifferte Werner auf 300.000 Euro. Er schloss nicht aus, dass weitere Schritte folgen würden. (APA/AP)

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