Deutsches BKA für längere Speicherung von Telekommunikationsdaten

9. November 2005, 09:59
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Streit in den Unionsparteien

Der Präsident des deutschen Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, hat eine längere Speicherung von Telekommunikationsdaten zur Verbrechensbekämpfung gefordert. "Aus polizeilicher Sicht sollte diese Frist nicht unter zwölf Monaten liegen", sagte Ziercke auf der BKA-Herbsttagung am Donnerstag in Wiesbaden. Terroristen und kriminelle Organisationen planten ihre Straftaten auch über längere Zeit, bemerkte er. Die Telekommunikationsunternehmen speichern die Daten aus Abrechnungsgründen bisher etwa drei Monate.

Schneller

Die EU will Telefon- und E-Mail-Verbindungen in Zukunft einheitlich speichern, um Terroristen schneller auf die Spur zu kommen. Derzeit gibt es in den deutschen Unionsparteien einen Streit über die Dauer der Speicherung. Mehrere Regierungen wollen die Daten drei Jahre lang speichern lassen, während die EU-Kommission eine Frist von einem Jahr befürwortet. Auch der scheidende deutsche Innenminister Otto Schily (SPD) hatte für eine Speicherfrist von einem Jahr plädiert

Die BKA-Herbsttagung steht unter dem Motto "Neue Allianzen gegen Kriminalität und Gewalt". Etwa 350 Sicherheitsexperten, Polizisten und Vertreter der Justiz nehmen daran teil.(APA/AP/Reuters)

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