Ex-Berater Libby fühlt sich nicht schuldig

6. November 2005, 18:56
3 Postings

Affäre um falsche Geheimdienstinformationen vor Irak-Krieg weitet sich aus

Donnerstagvormittag ist Lewis "Scooter" Libby vor einem Bundesgericht in Washington D.C. erschienen, um zu den von Sonderermittler Patrick Fitzgerald erhobenen Vor- würfen Stellung zu nehmen. Schon vor seinem Auftritt erklärte sein Anwalt Joseph Tate, Libby sei unschuldig, man werde sich "energisch" wehren. Es schien von vornherein klar, dass der Ex-Stabschef und engste Vertraute von Vizepräsident Dick Cheney keinerlei Absicht hatte, sich schuldig zu bekennen und dadurch möglicherweise ein Gerichtsverfahren abzuwenden, bei dem vielleicht sogar der Vizepräsident selbst in den Zeugenstand treten soll. Sollte Libby verurteilt werden, könnten ihm bis zu 30 Jahre Haft blühen.

Auch der Vizestabschef von Präsident George W. Bush, Karl Rove, ist noch keineswegs aus dem Schneider: Die Washington Post berichtet, dass "hochrangige Beamte" des Weißen Hauses bereits über einen möglichen Rücktritt des von Bush als "Architekt" seiner Politik bezeichneten Rove debattieren - selbst dann, wenn dieser nicht angeklagt werden sollte. Bereits vor einigen Tagen hat der Exfraktionschef der Republikaner, Trent Lott, dem Weißen Haus den Rücktritt Roves durch die Blume empfohlen. Auch das rechtlastige Cato Institute spricht sich dafür aus.

Ein Hauptthema der Diskussionen rund um den schwer angeschlagenen Präsidenten (eine neue Umfrage von CBS zeigt, dass seine Beliebtheitswerte auf 35 Prozent gesunken sind) ist, wie lange Bush seinem engsten politischen Vertrauten noch den Rücken stärken wird können. DER STANDARD, Printausgabe, 04.11.2005

Von Susi Schneider aus New York
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Lewis Libby, der Ex-Stabschef von US-Vizepräsident Dick Cheney hat sich vor dem Richter für unschuldig erklärt.

Share if you care.