Schriftsteller Gerhard Kofler verstorben

10. November 2005, 16:41
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IG Autoren: "Austrophiler italienischer wie ein italophiler österreichischer Schriftsteller"

Wien - Der Südtiroler Schriftsteller Gerhard Kofler ist am Mittwoch nach kurzer, schwerer Krankheit in Wien verstorben. Das teilte Gerhard Ruiss von der IG Autorinnen Autoren in der Nacht auf Donnerstag mit. Kofler sei nicht nur ein "außergewöhnlicher Autor und verläßlicher Interessenvertreter" gewesen, sondern "als konsequent zweisprachig publizierender Lyriker auch ein überzeugender Vermittler" und "ein ebenso austrophiler italienischer wie ein italophiler österreichischer Schriftsteller", wird der Lyriker, Essayist und Übersetzer in der Mitteilung gewürdigt.

Am 11. Februar 1949 in Bozen geboren, wuchs Kofler zunächst in Brixen auf und studierte dann in Innsbruck und Salzburg Germanistik und Romanistik. In seiner Dissertation befaßte er sich mit der Literatur in Österreich seit 1945. Im Mittelpunkt seiner Tätigkeit als Schriftsteller stand jedoch die literarische Auseinandersetzung mit seiner Heimat Südtirol. Als langjähriger Generalsekretär der Grazer Autorenversammlung befasste er sich zudem mit der sozialen Lage der Autoren.

Der zweisprachig Erzogene schrieb seine Lyrik auf Italienisch und Deutsch und verfasste außerdem Essays sowie Buch- und Theaterkritiken. Weiters übersetzte er Werke von H.C. Artmann, Ernst Jandl, Friederike Mayröcker sowie Gerhard Rühm ins Italienische. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Südtiroler Extravaganzen. Gedichte" (1981), "Neue Südtiroler Extravaganzen. Gedichte" (1984), "Die Rückseite der Geographie. Gedichte in Italienisch, Deutsch und Südtiroler Mundart" (1988), "Piccole Tazze/Kleine Tassen. Poesie in Grecia/Gedichte in Griechenland" (1992), "Intermezzo a Vienna, 21 poesie - 21 Gedichte" (1993), sowie "Poesie da calendario/Tagesgedichte" (1995).

Kofler, der seit 1978 in Wien lebte, wurde unter anderem mit dem Lyrikförderungspreis des Südtiroler Kulturinstituts (1968), Staatsstipendien (1978 und 1988) und Buchprämien (1984, 1992 und 1993) des Unterrichtsministeriums sowie 1997 mit dem Österreichischen Förderungspreis für Literatur ausgezeichnet. (APA)

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