Designierter SPD-Chef für Fortsetzung der Reformen

12. November 2005, 10:50
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Platzeck: "Die Agenda 2010 ist ein im Grundsatz richtiger und vernünftiger Weg" - Parteivize Beck will bessere Kommunikation in der SPD

Berlin - Der designierte SPD-Vorsitzende Matthias Platzeck hat sich zur Fortsetzung der Reformen in Deutschland bekannt. "Die Agenda 2010 ist ein im Grundsatz richtiger und vernünftiger Weg", sagte der brandenburgische Ministerpräsident gegenüber der "Leipziger Volkszeitung" (Donnerstag-Ausgabe).

Die SPD müsse "deutlicher herausstellen, dass die Lastenverteilung wirklich eine echte und gerechte Lastenverteilung ist", fügte er hinzu. Eine Umkehr der SPD-Grundrichtung werde es keinesfalls geben. Mit Blick auf eine traditionelle Forderung der Parteilinken wandte sich Platzeck gegen die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer.

Beck fordert bessere Kommunikation

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Kurt Beck forderte indessen eine bessere Kommunikation innerhalb der Partei. "Wir sind uns darüber einig, dass wir einen Stil pflegen müssen, der auf Kooperation, Offenheit und Gemeinsamkeit ausgerichtet ist", sagte der Ministerpräsident des deutschen Bundeslandes Rheinland-Pfalz gegenüber der Mainzer "Allgemeinen Zeitung".

Er habe "viel Verständnis für die Entschlossenheit" Münteferings bei dessen Entscheidung, nach der Niederlage in der Generalsekretärsfrage seinen Rückzug vom Vorsitz zu erklären. Zum Verhältnis zwischen Müntefering und dem designierten SPD-Chef Matthias Platzeck sagte Beck, der selbst als künftiger Parteichef gehandelt worden war: "Das wird gut gehen. Sie passen auch vom Typ her zueinander."

Er selbst habe sich "am Ende eines Abwägungsprozesses" dafür entschieden, nicht SPD-Vorsitzender zu werden. Dies sei ihm deshalb leichter gefallen, "weil ich mit dem Vorschlag Platzeck sehr einverstanden bin". Die Große Koalition sei nach der Entscheidung Münteferings und dem Rückzug von CSU-Chef Edmund Stoiber nicht in Gefahr: "Ich sehe nicht, dass mit Glos anstelle von Stoiber eine Koalitionsvereinbarung schwieriger zu erreichen wäre." (APA/Reuters)

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