USA sehen Liberalisierung des Welthandels gefährdet

16. November 2005, 14:51
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Ohne Einigung auf Senkung der Agrarzölle ist auch WTO-Abkommen unsicher - WTO-Chef Lamy zuversichtlich

Washington - Die USA sehen ohne eine Einigung über die Senkung der Agrarzölle in der nächsten Woche das geplante WTO-Abkommen für die Liberalisierung des Welthandels gefährdet. Nächste Woche werden die Handelsminister aus den USA, der Europäischen Union, Brasilien und Indien in London zusammenkommen, um zu versuchen, die Differenzen zwischen Washington und Brüssel zu beseitigen.

Die EU hatte vorige Woche angeboten, ihren durchschnittlichen Zoll auf Agrarimporte um etwa 38 Prozent zu senken. Die USA hatten eine durchschnittliche Zollsenkung um mindestens 54 Prozent gefordert. Die Regierung in Washington hatte ihrerseits in Aussicht gestellt, die Beihilfen für die Landwirtschaft um 60 Prozent zu kürzen.

"Wenn wir nächste Woche keine Einigung erzielen, dann wird es sehr schwierig sein, auf anderen Gebieten wie Dienstleistungen und Marktzugänge bis zum Treffen in Hongkong zu einer Einigung zu kommen", sagte der US-Handelsbeauftragte, Rob Portman, am Mittwoch in Washington. Die 148 Mitgliedstaaten der WTO wollen im Dezember in Hongkong über ein neues Welthandelsabkommen sprechen.

Der Chef der Welthandelsorganisation (WTO), Pascal Lamy, zeigte sich zuversichtlich, dass die neuen Vorschläge der EU und der USA zu den Agrarzöllen den Stillstand bei den Verhandlungen zur weiteren Liberalisierung der Märkte aufbrechen werde. "Europa und die USA bewegen sich bei den Agrarthemen. Das ist eine gute Nachricht", hatte er am Sonntag im französischen Fernsehsender LCI gesagt. (APA/Reuters)

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