Pensionsexperte: Es braucht nachvollziehbare Definition

6. November 2005, 20:48
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Tomandl bekräftigt Kritik an Regelung und fordert zusätzlichen Pensionsbeitrag - SP-Keck: "Gescheitertes Modell" - Zurück an den Start

Wien - Der Pensionsexperte Theodor Tomandl hat seine Kritik an der geplanten Schwerarbeiterregelung bekräftigt. In der "Wiener Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe) sagt Tomandl, es brauche eine nachvollziehbare Definition von Schwerarbeit und einen zusätzlichen Pensionsbeitrag.

Dadurch würden Schwerarbeiter höhere Pensionsansprüche erwerben. In diesem Fall wäre auch ein vorzeitiges Pensionsalter hinfällig, denn die Leute könnten selbst entscheiden, ob sie den Schwerarbeiter-Bonus durch einen früheren Pensionsantritt oder durch eine höhere Pension lukrieren wollten. Für jene, die nicht mehr arbeiten können, gebe es ohnehin die Invalididätspension. Was die Höhe des Zusatzbetrags betrifft, sei dies entweder per Gesetz oder durch die Kollektivvertragsparteien zu vereinbaren. Im letzteren Fall wäre es schlicht Bestandteil der Lohnpolitik, so Tomandl.

Der SPÖ-Abgeordnete Dietmar Keck erneuerte in einer Aussendung seine Forderung nach einem "Zurück an den Start". Das Modell von Sozialministerin Ursula Haubner (B) sei gescheitert, ebenso lehnt Keck die von der ÖVP-Wirtschaftsseite ins Spiel gebrachte unbefristete Verlängerung der Hacklerregelung ab. Überrascht ist der SPö-Abgeordnete von den Aussagen von ÖAAB-Generalsekretär Werner Armon, in Sachen Schwerarbeiterregelung ein Modell analog zum Nachtschichtschwerarbeitsgesetz zu etablieren. Die SPÖ habe schon 203 einen gleich lautenden Entschließungsantrag eingebracht, der aber seit damals mit den Stimmen der Regierungsparteien zwei Mal vertagt worden sei. (APA)

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