Henkel sieht baldiges Ende von "Geiz ist geil"

11. November 2005, 14:04
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Der Konsumgüter­produzent Henkel, der seine geschäftlichen Interessen in Zentral-und Osteuropas von Wien aus steuert, sieht Chancen auf weitere Marktanteilsgewinne

Wien/Düsseldorf - Der deutsche Markenartikelhersteller Henkel (Persil, Schwarzkopf, Loctite) glaubt Anhaltspunkte zu haben, die auf ein baldiges Ende der "Geiz ist geil"-Welle hindeuten.

"Das Pendel schlägt wieder zurück", sagte der Präsident von Henkel Central CEE (Central and Eastern Europe), Günter Thumser, bei der Präsentation der Neunmonatszahlen. "Wir befinden uns am äußersten Ende der totalen Reduktion, wo nur das zählt, was billig ist, sonst nichts."

Die Gegenströmung brauche allerdings Zeit, sich zu entwickeln und an Gewicht zu gewinnen, schränkte Thumser ein. Henkel wolle diese Entwicklung mitgestalten.

Laut einer Integral-Umfrage im Auftrag von Henkel CEE wird hohe Produktqualität bei Markenartikelherstellern am stärksten nachgefragt. Neun von zehn Befragten ist aber auch wichtig, dass dabei die faire Behandlung von Mitarbeitern, ethische Prinzipien und Umweltschutz nicht zu kurz kommen.

Konkurrenz von Discountern

Henkel hat wie andere Markenartikler auch die Konkurrenz von Discountern zu spüren bekommen. Wachstum war zuletzt fast nur mehr auf Märkten in Zentral- und Osteuropa möglich - dort aber durchwegs zweistellig.

Innerhalb des Düsseldorfer Konzerns ist Wien die Steuerungszentrale für sämtliche Ost-Aktivitäten. Hier laufen die Fäden von insgesamt 29 Ländern zusammen - von Tschechien über Polen, Ukraine, Russland bis Mongolei.

Bis September 2005 sind die Umsätze in der Region um 16,5 Prozent, wechselkursbereinigt um 12,8 Prozent auf 993,2 Mio. Euro geklettert. Für 2005 rechnet Thumser mit einem Umsatzplus (in Euro) von 15 Prozent auf 1,32 Mrd. Euro. Das Ergebnis werde ebenfalls besser ausfallen, wegen des starken Preisdrucks "aber sicher nicht in dem Ausmaß wie der Umsatz" zulegen, sagte Thumser dem STANDARD. Henkel CEE beschäftigt 7700 Mitarbeiter, 800 in Österreich.

Gewinnsprung

Der Konzerngewinn ist im dritten Quartal bei einem Umsatz von 3,14 (Vorjahr: 2,77) Mrd. Euro auf 300 (252) Mio. Euro geklettert. Am kräftigsten war das Umsatzwachstum im Berichtsquartal in der Sparte Klebstoffe mit 19,5 Prozent vor Technologies (17,8 Prozent), Waschmittel (11,7) und Kosmetika (4,1 Prozent). (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 03.11.2005)

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Henkel
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    In seinem Wiener Werk produziert Henkel Waschpulver wie Persil für Österreich und die umliegenden Märkte.

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