Banlieue-Politik

9. Dezember 2005, 16:13
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Schon 1983 kam es am Nordrand von Paris, im Département Seine-Saint-Denis, erstmals zu gewaltsamen Ausschreitungen

Seit fast 30 Jahren müht sich Frankreich mit dem Problem der "banlieues" ab. In diesen rund um die Großstädte errichteten tristen Hochhausvierteln leben vor allem sozial schwache Familien und Einwanderer aus den ehemaligen nordafrikanischen Kolonien.

Schon 1983 kam es am Nordrand von Paris, im Département Seine-Saint-Denis, erstmals zu gewaltsamen Ausschreitungen. Zwei Jahre zuvor waren in einem Vorort von Lyon Unruhen ausgebrochen. Damals wurde klar, dass es allein mit dem 1977 aufgelegten Programm zur Verschönerung der Vorstädte nicht getan war.

Die linken Regierungen der 80er-Jahre reagierten mit der Errichtung so genannter Zones d'éducation prioritaires (ZEP), in denen die Schulen mehr Mittel und die Jugendlichen Hilfen zur Ausbildung und Eingliederung in das Berufsleben erhielten. Die Konservativen setzten diese Politik fort und versuchten, Unternehmen durch Steueranreize zur Ansiedlung in den "banlieues" zu bewegen. (AP/DER STANDARD, Printausgabe, 3.11.2005)

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