Unis bauen auf Pump

20. März 2006, 12:04
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Sanierung und Neubau der baufälligen Hochschulen kosten

Wien - Die Planungskosten für den angestrebten Neuanbau in Höhe von 530.000 Euro hat man an der Universitätsklinik für Zahnmedizin erst einmal aus der eigenen Tasche bezahlt. Nur: Um die Architektenentwürfe auch umsetzen zu können, wartet Zahnklinik-Geschäftsführer Benedikt Wildner weiterhin auf die politische Zusage für jene 65 Millionen Euro, die ihm die Generalsanierung inklusive Einrichtung kosten wird.

Vorfinanzieren soll die Umbauten - genau wie bei allen anderen desolaten Universitätsgebäuden - die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), die sich die entstehenden Kosten künftig via erhöhten Mieten zurückholen wird. Die bevorstehenden Großprojekte sind auch für die 100-prozentige Tochter des Bundes "eine Herausforderung". Bewegt sich doch allein der Kredit, der für die 23 baufälligsten Uni-Häuser aufzunehmen ist, in bislang kaum erreichten Höhen: 600 Millionen Euro werden von der Rektorenkonferenz für deren Generalsanierung gefordert, ein Großteil der Finanzmittel muss aufgenommen werden.

Voraussetzung für das Tätigwerden der BIG ist laut deren Sprecher Ernst Eichinger die gesicherte Finanzierung: "Sobald ein Rektor an uns herantritt und sagt ,ja, wir können uns das leisten', können wir beginnen." Die Verhandlungen mit Finanzminister Karl-Heinz Grasser über das Uni-Budget 2007-2009 (die Generalsanierungskosten gelten als Teil davon) laufen noch, bis Jahresende müssen die Mittel laut Universitätsgesetz gewidmet werden. Im Finanzministerium will man jedenfalls "das Problem erkannt" haben - ob auch über die von der Rektorenkonferenz geforderten 600 Millionen Euro Konsens besteht, will man nicht kommentieren.

Einige Unis müssen zudem entscheiden, ob eine Absiedelung nicht kostengünstiger käme und den Anforderungen besser entsprechen würde. (DER STANDARD, Printausgabe, 3.11.2005)

Von Karin Moser
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