CIA versteckt ihre Häftlinge in Osteuropa

4. November 2005, 12:40
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Die "Washington Post" berichtet, dass eine Reihe von Terrorverdächtigen in geheimen Gefängnissen in Osteuropa versteckt werden

Laut der Washington Post handelt sich bei den Häftlingen, die in den geheimen CIA-Gefängnissen einsitzen, angeblich um hochrangige Mitglieder von Al-Kaida. Die Gefängnisse selbst seien von der CIA bereits vor vier Jahren in verschiedenen Ländern, darunter auch Thailand, Afghanistan und "einigen Demokratien" in Osteuropa, eingerichtet worden. Die Zeitung sei gebeten worden, die Namen der Länder in Osteuropa, in denen sich diese "schwarzen Orte" (Black Sites) befinden, nicht zu nennen. Hochrangige Beamte der Bush-Regierung hätten argumentiert, dass dies Racheakte der Al-Kaida zur Folge haben könnte.

Die Post weist darauf hin, dass Details über diese Lager nur wenigen hochrangigen Beamten in den USA und jeweils nur dem Präsident und einigen Geheimdienstbeamten im jeweiligen Gastland bekannt sind. Es gelang dem Weißen Haus angeblich, den Kongress zu überreden, unter Hinweis auf die nationale Sicherheit keine öffentlichen Fragen an die CIA zu stellen - auch nicht, wie die mutmaßlichen Terroristen gefangen gehalten werden.

Vergangenen Monat hatten Vizepräsident Dick Cheney und CIA-Direktor Porter Goss den Kongress aufgefordert, Angestellte der CIA von einem neuen Gesetzesvorhaben auszunehmen, das grausame und erniedrigende Behandlungen von Gefangenen verbieten würde. Es ist in den USA illegal, Gefangene in isolierten und geheimen Gefängnissen festzuhalten - das mag mit ein Grund sein, warum die CIA sie außerhalb des Landes platzierte. Mehr als 100 vermutliche Terroristen wurden in den vergangenen Jahren in diesem geheimen Haftprogramm festgehalten.

Einige Gefangene, die freigelassen wurden, haben erklärt, sie seien gefoltert worden, wobei nicht klar ist, ob dies durch Agenten der CIA geschah. Bei etwa 30 Inhaftierten soll es sich um wichtige Al-Kaida-Mitglieder handeln, die terroristische Pläne geschmiedet haben. (DER STANDARD, Print, 3.11.2005)

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