BBC stellt ungarische Rundfunksendung ein

18. November 2005, 15:56
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Britische TV-Anstalt investiert in arabischsprachigen TV-Sender

Wegen der Umgestaltung ihres Weltservices stellt der britische öffentlich-rechtliche TV- und Rundfunksender BBC seine ungarischen Radiosendungen ein, berichteten am Mittwoch die ungarischen Medien. Betroffen von der Streichung sind ebenso die meisten osteuropäischen BBC-Radiosendungen. Wie der Direktor von BBC World Service, Nigel Chapman, erklärte, sollen ab März 2006 die BBC-Sendungen unter anderem in Ungarn, Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Griechenland, Polen, der Slowakei und Slowenien abgeschafft werden, da sich die Zahl der Hörer drastisch verringert habe.

Während die Hörerschaft in Osteuropa vor fünf Jahren noch sieben Millionen betragen habe, wären es heute kaum noch noch drei Millionen. Als Grund sieht Chapman die Umgestaltung der Zielländer an, deren Bürger frei reisen können und in denen Meinungsfreiheit garantiert sei.

Ausbau eines arabischen Nachrichten-TV

Nach britischen Presseberichten sei die Abschaffung der Radiosendungen in Osteuropa notwendig geworden, weil die BBC die Gelder für den Ausbau eines arabischen Nachrichten-TV benötige. Die BBC plant ab 2007 einen arabischsprachigen Nachrichten-TV-Sender, um über drei Medien - TV, Rundfunk, Internet - als Konkurrenz zum Nachrichtensender Al Jazeera unabhängige Information für den Nahen Osten zu bieten.

Der Ungarische Rundfunk plant ein Ersatzprogramm für die ausfallende ungarischsprachige Sendung der BBC. In der ungarischen Sektion der BBC sind in Budapest vier und in London 13 Mitarbeiter angestellt. Dabei hätte dieser Stab wenig Chancen, innerhalb der BBC einen neuen Job zu finden, da von der Umgestaltung des World Service insgesamt 200 Mitarbeiter betroffen seien. (APA)

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