Weinernte in Österreich

18. November 2005, 14:36
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Schlechtwetter ist Ursache für schwaches Weinjahr 2005 - Statistik Austria erwartet Ernte von 2,2 Mio. Hektoliter

österreichische Weinernte dürfte heuer deutlich schwächer ausfallen als im Vorjahr. Die Statistik Austria erwartet nach aktuellen Berechnungen eine Weinernte von knapp 2,2 Mio. hl. Damit würde nicht nur das hohe Vorjahresergebnis um 20 Prozent unterschritten, sondern auch der Erntedurchschnitt der vergangenen fünf Jahre um rund 14 Prozent, teilte die Statistik Austria am Donnerstag mit.

Ausschlaggebend für die erwartete schwächere Ernte war laut Statistik die "viel zu feuchte Witterung mit einhergehenden Fäulnisproblemen" (vor allem Botrytis), die sich bis zur Lese nochmals verstärkten. Heuer habe es zu keinem Zeitpunkt Hinweise auf ein Rekordweinjahr gegeben, dazu war der Fruchtansatz oftmals zu gering. Zu den Gründen dafür zählen unter anderem Spätfrost oder zu feuchtes Blühwetter.

Bis in den extrem feuchten August hinein war zwar die Stimmung in der Winzerschaft noch sehr zuversichtlich, und eine "Normalernte" schien in realistischer Reichweite. Als sich aber auch im August keine Aussicht auf stabiles und sonniges Herbstwetter abzeichnete, musste mit stärkeren Ernteeinbußen gerechnet werden.

Der oft starke Fäulnisbefall des Traubenmaterials habe auch einen erhöhten Ausleseaufwand mit mehrmaligen Lesedurchgängen sowie spezifische Kelterungsmaßnahmen erfordert, um eine gute Mostqualität zu gewährleisten.

Der Vergleich der Bundesländer zeigt erhebliche Ertragsunterschiede: So dürfte Niederösterreich mit 1,4 Mio. hl um 9 Prozent unter dem Fünfjahresschnitt liegen und damit vergleichsweise gut abschneiden. Deutlich höhere Einbußen (im 5-Jahresvergleich) werden aus dem Burgenland mit 587.800 hl (-24 Prozent), der Steiermark mit 142.600 hl (-16 Prozent) und aus Wien mit 14.100 hl (-19 Prozent) erwartet.

Ein Vergleich der Weinbaugebiete zeigt noch prägnantere Ertragsunterschiede. Verglichen mit dem Vorjahr seien etwa im Weinbaugebiet Neusiedlersee - wo auch stärkere Spätfrostschäden zu verzeichnen waren - Ernteeinbußen von 36 Prozent auf 289.700 hl, während im Donautal (NÖ) mit 126.300 hl gerade 11 Prozent auf die Vorjahresmarke fehlen dürften.

Sowohl Weißweine mit 1,4 Mio. hl (-18 Prozent) als auch Rotweine mit 745.300 hl (-22 Prozent) verfehlen die hohen Vorjahresmarken deutlich. Aus Niederösterreich werden 1,1 Mio. hl (-14 Prozent) Weißwein erwartet, das Burgenland rechnet mit 268.000 hl (-31 Prozent) und die Steiermark mit 108.700 hl (-16 Prozent). Bei Rotwein erwartet Niederösterreich eine Ernte von 388.600 hl (-20 Prozent), gefolgt vom Burgenland mit 319.900 hl (-26 Prozent) und der Steiermark mit 33.900 hl (-10 Prozent). (APA)

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