Ein roter Aufstieg wider Willen

4. November 2005, 16:02
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Matthias Platzeck wird SPD-Vorsitzender, aber eigentlich kommt der jüngste Karrieresprung für den beliebten Ostdeutschen zu früh

Natürlich fühlte sich Matthias Platzeck "sehr geehrt", als klar wurde, dass er auf dem Parteitag in gut zehn Tagen dem scheidenden Franz Müntefering als SPD-Vorsitzender nachfolgen soll. Doch eigentlich kommt der jüngste Karrieresprung für den beliebten Ostdeutschen zu früh.

Erst vor knapp einem Jahr hat der 51-jährige Platzeck dank seines persönlichen Einsatzes die Landtagswahl in Brandenburg gewonnen. Mindestens zwei Jahre lang wollte er sich danach ganz um das ostdeutsche Bundesland, in dem die Arbeitslosigkeit bei 17 Prozent liegt, kümmern.

Als vor einigen Wochen der Ruf aus Berlin laut wurde, Platzeck solle als Außenminister oder Ost-Beauftragter einer großen Koalition angehören, lehnte der geschiedene Vater dreier Töchter ab. Als Hoffnungsträger gilt er schon länger. Immer wieder war er als nächster SPD-Chef und sogar als Kanzlerkandidat im Gespräch – doch niemand rechnete damit, dass Platzeck den SPD- Vorsitz so schnell übernehmen muss.

Wiederholt hat Platzeck, der sein politisches Engagement erst seit kurz vor der Wende in der DDR begann, bewiesen, dass er den Reformkurs von Kanzler Gerhard Schröder unterstützt. (bau/DER STANDARD, Printausgabe, 3.11.2005)

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    Im August 2005: Schröder und Platzeck

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