Streit beim "Spiegel"

21. November 2005, 11:08
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Mit den Gesellschaftern die politische Linie zu diskutieren, widerspreche der Unabhängigkeit der Redaktion

Am 16. November sollte Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust bei den Gesellschaftern vorsprechen. Die Initiative dazu kam von der Kommanditgesellschaft der Mitarbeiter, der 50,5 Prozent an dem deutschen Nachrichtenmagazin gehören, und den Erben von Gründer Rudolf Augstein mit 24 Prozent. Die übrigen 25,5 Prozent hält die Bertelsmann-Tochter Gruner + Jahr. Aust lehnte ab: Mit den Gesellschaftern die politische Linie zu diskutieren, widerspreche der Unabhängigkeit der Redaktion, die die Satzung garantiert. Kaum erschien Austs Reaktion Mittwoch in einer Reihe deutscher Zeitungen, dementierte der Manager der Mitarbeiter-KG, Thomas Darnstädt: Nicht die politische Ausrichtung, sondern "Qualitätsmängel" wollte er diskutieren. Der Spiegel hatte vor den Wahlen unter anderem Steuerbeispiele des CDU-Finanzexperten Paul Kirchhof ungeprüft übernommen. (red/DER STANDARD; Printausgabe, 3.11.2005)
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