Bewaffnete Albaner-Gruppe bedroht kosovarische Parlamentsabgeordnete

4. November 2005, 11:34
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Drohung per E-Mail - Proklamation der Unabhängigkeit der Provinz gefordert

Belgrad - Eine bewaffnete Albaner-Gruppe, die "Armee für die Unabhängigkeit des Kosovo" (UPK), hat den kosovarischen Parlamentariern am Mittwoch mit Vergeltungsmaßnahmen gedroht, wenn sie nicht die Unabhängigkeit der Provinz verkünden sollten. In einem E-Mail, das einzelnen albanischen Medien in Pristina zugesandt wurde, seien Parteiführer und kosovarische Funktionäre aufgefordert worden, im Parlament eine Erklärung über die Unabhängigkeit des Kosovo anzunehmen, meldete die Belgrader Presseagentur Beta.

Drohung per E-Mail

Die Parlamentarier wären im gegenteiligen Fall mit einer "sehr schwierigen Zeitspanne" konfrontiert, soll es in dem von "Kommandant Luigi" unterzeichneten E-Mail heißen. Medienberichten zufolge soll das Provinzparlament bis zum 17. November eine Erklärung annehmen, die die Verhandlungsgrundlage der albanischen Delegation bei den Gesprächen über den künftigen Status der Provinz darstellen soll.

Die UPK hatte sich zum ersten Mal vor knapp einem Monat mit einem Schreiben an die Behörden im Westkosovo gemeldet. Ihre bewaffneten Angehörigen sollen im Gebiet von Pec in schwarzen Tarnanzügen auch nächtliche Verkehrskontrollen durchgeführt haben. Die UNO-Mission (UNMIK) hatte ihrem Personal Nachtfahrten in der Gegend der Stadt im Westkosovo untersagt. (APA)

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