Austria und Rapid gegen Urteile

9. November 2005, 00:10
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Einspruch nach Geldstrafen: Austria-Manager Kraetschmer: "Ein absoluter Skandal" - Rapid hält Höchststrafe für nicht angemessen

Wien - Die Wiener Traditionsvereine Austria und Rapid legen Einspruch gegen die Urteile des Strafsenats der Fußball-Bundesliga ein. Dieser hatte am Montag wegen der Vorfälle vor dem Derby am 22. Oktober im Horr-Stadion die Austrianer wegen mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen (Paragraf 25) zu 30.000 Euro Strafe verdonnert, Rapid wurde wegen Störung des Wettspiels durch den Gastverein (Paragraf 26) zur Höchststrafe von 10.000 Euro verurteilt.

"Dieses Urteil ist ein absoluter Skandal, das können wir nicht auf uns sitzen lassen. Damit wird dem Rowdytum in unseren Stadien Tür und Tor geöffnet. Ich bin zu tiefst erschüttert, dass sich der Strafsenat so entschieden hat, das wird ein gewaltiges Nachspiel haben, so kann es einfach nicht sein", erklärte Austria-Manager Markus Kraetschmer und bestätigte am Mittwoch auf APA-Anfrage, dass der Protest der Veilchen bereits abgeschickt worden ist.

Rapid begründete den Einspruch gegen das Urteil damit, dass von Seite der Hütteldorfer alles unternommen worden sei, um solche Vorkommnisse zu unterbinden. Der Rekordmeister hatte sogar einige Ordner ins Horr-Stadion geschickt. "Deshalb sind wir der Meinung, dass die Höchststrafe von 10.000 Euro nicht gerechtfertigt ist", sagte Rapid-Pressesprecher Peter Klinglmüller der APA im Vorfeld des Champions-League-Spiels des österreichischen Rekordmeisters in Brügge.

Wann das Protestkomitee der Bundesliga die Einsprüche der beiden Klubs behandeln wird, steht noch nicht fest. "Doch da es bestimmte Fristen gibt, wird das sicher seine Zeit dauern", betonte Kraetschmer, der hofft, dass die Bundesliga ihre Statuten für derartige Fälle ändern wird. "Denn mit diesen Strafen wurde am Ziel vorbeigeschossen. Es kann nicht so weitergehen, dass die falschen Leute bestraft werden. Es müssen jene zur Verantwortung gezogen werden, die für die Sachbeschädigungen und die Spielstörung verantwortlich sind. Man muss sich deshalb neue Regeln überlegen, denn diese sind nicht mehr zeitgemäß."

Das 275. Derby war von schweren Ausschreitungen überschattetet worden. Die Rapid-Fans auf der Ost-Tribüne des Horr-Stadions hatten Austria-Goalie Joey Didulica mit Feuerwerkskörpern und anderen Gegenständen beworfen, der Spielbeginn hatte sich daraufhin um eine halbe Stunde verzögert. Außerdem war im Sektor der Rapid-Ultras ein Transparent mit Morddrohungen gegen Didulica zu lesen.(APA)

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