
Anti-Bush-Slogans auch in Buenos Aires.
Rund 7.500 argentinische Polizisten und 2.000 US-amerikanische Sicherheitsexperten haben das Zentrum von Mar del Plata weiträumig abgeriegelt, US-Hubschrauber kreisen über der Stadt. Auch politisch wird das Präsidententreffen dieses Mal mehr als Routine. Mit besonderer Spannung wird das Aufeinandertreffen von US-Präsident George W. Bush und dem linken Staatschef von Venezuela, Hugo Chávez, erwartet.
Ringen um Freihandelszone
Es war das Projekt einer gesamtamerikanischen Freihandelszone von Alaska bis Feuerland, das 1994 den damaligen US-Präsidenten George Bush senior veranlasste, den ersten Amerika-Gipfel in Miami anzusetzen. Nun droht dem Liberalisierungsvorhaben das Scheitern. Zuletzt fand Anfang 2004 eine Verhandlungsrunde statt. Solange die USA ihren Markt nicht spürbar weiter für Agrarprodukte aus Brasilien oder Argentinien öffnen, blockieren viele südamerikanische Länder. Jetzt ringen die USA, Mexiko und Chile darum, dass die Freihandelszone in der Gipfel-Erklärung überhaupt erwähnt wird.
Im Aufwind hingegen sieht sich Chávez, der dem US-Plan seine "Bolivarianische Alternative für Amerika" entgegensetzt. Als Integrationsprojekt mit sozialer Ausrichtung ist dieser Ansatz nicht nur bei den Globalisierungskritikern populär, sondern zunehmend auch bei Regierungen des Subkontinents: So liefert Venezuela seit kurzem Erdöl zu Vorzugsbedingungen an seine karibischen Nachbarn.
Gemeinsamkeiten sieht Chávez auch mit dem argentinischen Gastgeber Néstor Kirchner, der als offizielles Thema des Gipfels die Schaffung von Arbeitsplätzen durchgesetzt hat. Damit sollen die Armut bekämpft und die Demokratie gestärkt werden, lautet die gemeinsame Sprachregelung der Staatsoberhäupter.
Die Fakten sind deutlich: Die Kluft zwischen Arm und Reich in ganz Amerika ist so tief wie vor dem Beginn der "neoliberalen Offensive" vor 25 Jahren. Und nach UN-Angaben leben über 40 Prozent aller Lateinamerikaner unter der Armutsgrenze - 220 Millionen Menschen.
Aufrufe zu Anti-Bush-Protesten
Für den Freitag hat die in Mar del Plata versammelte Linke zu Demonstrationen gegen US-Präsident Bush aufgerufen. Auch auf den 150 Veranstaltungen des "Völkergipfels" wird die militärische und wirtschaftliche Vormachtstellung der USA attackiert. "Wir brauchen keine Armeen, und schon gar keine nordamerikanischen", rief Nobelpreisträger Esquivel, "wir brauchen Mittel für Gesundheit und Bildung".
Ebenso wichtig wie der Protest sei jedoch die Erarbeitung tragfähiger Alternativen, sagt Beverly Keene, die sich für einen Schuldenerlass für Lateinamerika einsetzt. "Diese Arbeit kann uns auch Chávez nicht abnehmen", mahnt die US-Aktivistin.
In allen öffentlichen Diskussionen, ob Medienbericht oder Forum ist dabei unerheblich, wird immer der Politiker als Ursache allen Übels benannt.
Bush, Blair, Schüssel usw werden ständig verbal geprügelt.
Ist es nicht vielmehr seit jeher so, dass Politiker nur Handlanger der Finanzmacht sind ?
Wenn die Herrschaften, deren Geld die Macht tatsächlich ausübt, durch Verschieben von Kapital Arbeitsplätze vernichten wollen, kann sie kein Politiker daran hindern.
Die Diskussion sollte über diese Personengruppe geführt werden, weil insbesondere in Demokratien nur diese bestimmt, wohin wir gehen.
Dort, wo das erarbeitete Kapital letztlich landet, wird die Politik, die z. B. Bush umsetzt, beschlossen.
Fernab aller Mauern, Grenzen und Barrieren.
stimme ihnen nicht generell zu; bezueglich handelsschranken bin ich auf ihrer seite. Abbau der handelshindernisse ist zum vorteil aller; auf lange sicht kommt es besonders den armen zugute.
Warum der widerstand von links? schwer zu sagen. fehlendes verstehen des komplexen zusammenhangs?
vielleicht auch nur wegen der person Bush. Hoffen wir auf einen demokraten an der spitze der USa.
Der IRAN hat endlich mal gesagt, was 10000 Leute denken. Ich bin nicht rechts, aber ich seh das so, daß seit Israel einen eigenen Staat geschenkt bekommen hat, gibts da Krieg. Und das ist eben so. Und das Land gehört halt immer noch definitiv den Palestinänsern. Hätten die USA doch die Juden im Yellowstone National Park angesiedelt!
Nein, man setzt sie auf arabisches Land, und wundert sich nachher, warum da gestritten wird.
Ich bin absolut kein Freund der Moslems, und gegen Juden habe ich auch nichts, aber der Iran ist meiner Meinung nach vollkommen im recht!!!
Es geht bei diesem Gipfel um Angelegenheiten die Südamerika betreffen .
Und nun sind die Südameriakaner auf einmal Völkermordenthusiasten , weil sie gegen jemanden demonstrieren sollen bei einem thema das sie selbst dort betrifft . Die Freihandelszone ist nunmal eine direkte Angelegenheit Nord und Südamerikas , das ist das Thema.
Lenken sie nicht dauernd ab , nur zu dumm das sie keine pro Bush Lügen zum Thema gefunden haben, also schnell den Iran aus der Tasche kramen , gelle ?
Die Leute gehen auf die Straße gegen Bush, weil sie eben keine Völkermordenthusiasten sind. Sie sind gegen Bush weil sie gegen Völkermord sind!
Die Regierung Bush steht für Eroberungskriege (Resourcen), bei der so nebenbei die Bevölkerung niedergemetzelt wird.
Abgesehen davon:
Ich wette, Sie sind noch nie auf der Straße gewesen. Sie feuern die USA bei ihrem völkerrechtswidrigen Vorgehen vom Sessel aus an.
tschuldigung, aber provozieren Sie absichtlich oder denken Sie wirklich so?!
Während die USA direkten negativen Einfluss auf das Leben der dortigen Menschen haben, betriftt sie der Iran kaum. Die USA haben mit ihrem polititschen und wirtschaftlichen Druck dort viele Menschen in den Ruin getrieben und in dem Gebiet so manchem abscheulichen Diktator an die Macht geholfen.
Die Menschen drücken ihren Unmut dagegen und gegen die negativen Folgen der Globalisierung (deren Spielregeln auch hauptsächlich die USA machen) aus.
Und noch etwas: Ich wünschte, die Österreicher würden anstatt dauernd zu Raunzen so wie diese Menschen für ihre Anliegen kämpfen!
Es reicht ja, dass Rumsfeld das Giftgas vorher hat liefern lassen.
Gibt übrigens nette Aussagen damals von Rumsfeld zum Vorwurf, der Irak hätte Giftgas eingesetzt.
Ich nehme an, du kennst die ...
Der Witz: "Die USA wissen, dass der Irak Massenvernichtungswaffen haben, sie haben die Lieferscheine aufgehoben" - kommt nicht von ungefähr.
dieses konstante bestehen der reaktion das unwesentliche zu fixieren und auf das essentielle zu scheißen ist in seiner dumpfen hartnäckigkeit fast schon niedlich.
und was mich linken träumer angeht:"aun abriendo el canal de ensueno, voy con los ojos siempre abiertos"
so ist das zeitgenosse
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.