Sechs Tote nach Autobombenanschlag in Kaschmir

11. November 2005, 13:50
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Muslimische Terrorgruppe Jaish-e-Mohammad bekannte sich zu Anschlag

Srinagar - Bei einem Autobombenanschlag im indischen Teil Kaschmirs sind am Mittwoch jüngsten Angaben zufolge mindestens sechs Menschen getötet worden. Anfangs war von drei Toten die Rede. Die muslimische Terrorgruppe Jaish-e-Mohammad habe sich zu dem Anschlag kurz vor der Vereidigung des neuen Ministerpräsidenten der Region bekannt, meldete der indische Nachrichtensender NDTV. Der Wagen sei an einer Polizeikontrolle gestoppt worden. Der Extremist habe daraufhin den Sprengsatz gezündet. Der Attentäter stammte dem Bericht zufolge aus dem pakistanischen Teil Kaschmirs.

Nach 30 Jahren übernahm am Mittwoch mit Ghulam Nabi Azad wieder ein Ministerpräsident der Kongress-Partei die Regierung im indischen Unionsstaat Jammu und Kaschmir. Der bisherige Ministerpräsident Mufti Mohammad Sayeed von der Demokratischen Volkspartei (PDP) war - wie zwischen den beiden Parteien vereinbart - nach drei Jahren zurückgetreten, um den Weg für die Kongresspartei freizumachen.

In Kaschmir kämpfen muslimische Extremisten seit 1989 für die Unabhängigkeit oder den Anschluss der Region an Pakistan. Indien und Pakistan haben seit ihrer Unabhängigkeit von britischer Kolonialherrschaft im Jahr 1947 zwei Kriege um die geteilte Region geführt. Anfang vergangenen Jahres nahmen die beiden südasiatischen Atommächte Friedensgespräche auf. (APA/dpa)

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    Die Explosion löste in der Umgebung auch erheblichen Sachschaden aus.

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