Insolvenzverwalter Bondi soll Chef werden

7. November 2005, 14:42
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Italiens Wirtschaftsprominenz drängt in den neuen Aufsichtsrat

Rom - Der Insolvenzverwalter des italienischen Nahrungsmittelkonzerns Parmalat, Enrico Bondi, soll zum Geschäftsführer der neu gegründeten Milchgruppe aufrücken. Später solle Bondi dann den Vorsitz des Aufsichtsrats übernehmen.

Der toskanische Top-Manager, der Parmalat im Eiltempo saniert und an die Mailänder Börse zurückgebracht hat, will sich mit angesehenen Managern umgeben. In den Parmalat-Aufsichtsrat drängen der Ex-Geschäftsführer der Erdölgesellschaft Eni, Vittorio Mincato, und der Ex-CEO des Mobilfunkbetreibers Tim, Marco De Benedetti. Auch der Chef des Brillenproduzenten Luxottica, Andrea Guerra und der ehemalige Leiter der renommierten Mailänder Wirtschaftsuniversität Bocconi, Carlo Secchi, hoffen auf einen Posten im Aufsichtsrat.

"Liste Bondi"

Die sogenannte "Liste Bondi" wird aktiv von der Regierung Berlusconi unterstützt. Diese hat sich stark um einen Verbleib Bondis an der Spitze des Konzerns bemüht. Bondis Amtsverbleib sei eine Garantie für den Milchkonzern, der nach der spektakulären Pleite im Dezember 2003 auf einen Neubeginn hofft, hieß es in Regierungskreisen.

In den vergangenen Monaten hatte Bondi öfters beteuert, dass er den Milchkonzern nur bis zu seiner Rückkehr an die Mailänder Börse führen würde. Eine Aktionärsgruppe unter der Leitung von Lehman Brother hat jedoch den 69-jährigen Manager überzeugt, seine Kandidatur für die Führung des neuen Aufsichtsrats einzureichen. Bondi soll sich um die Klagen in Milliardenhöhe kümmern, die er gegen mehrere Banken in die Wege geleitet hat. Bondi hatte vergangene Woche vor der Gefahr gewarnt, dass der Milchkonzern zum Opfer feindlicher Übernahmen werden könnte. (APA)

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