Greenpeace-Einspruch gegen "Designerbaby-Patent"

9. November 2005, 13:21
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US-Firma entwickelte Patent zur Festlegung des Geschlechts bei künstlicher Befruchtung

München - Greenpeace hat gegen ein Patent zur Geschlechtsauswahl von Kindern Einspruch beim Europäischen Patentamt (EPA) in München eingelegt. Das "Designerbaby-Patent" sei mit der Würde des Menschen unvereinbar, teilte die Umweltorganisation am Mittwoch mit. Eine US-Firma hatte im Februar 2005 ein Verfahren patentieren lassen, das Eltern ermöglicht, bei einer künstlichen Befruchtung das Geschlecht des Kindes festzulegen.

Vor einer Woche hatte bereits das Europaparlament in Straßburg in einer Entschließung die EU-Kommission aufgefordert, Einspruch gegen die Patentierung einer Methode zur Selektion von Spermien einzulegen. "Da die EU-Kommission untätig geblieben ist, hat Greenpeace Einspruch eingelegt", sagte Christoph Then, Patent-Experte der Umweltschützer. Er forderte die EU-Kommission auf, die gesamte Praxis des Patentamtes zu überprüfen. Then: "Patente auf Leben müssen aus rechtlichen, wirtschaftlichen und ethischen Gründen verboten werden."

Auch die Europa-Fraktion der Grünen hatte vor einer Woche angekündigt, Einspruch gegen das Patent einzulegen, falls die EU- Kommission dies nicht tue.(APA/dpa)

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