Pogatetz verpasst zwei Spiele

3. November 2005, 17:35
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Der Ausraster gegen Nordirland wird dem Verteidiger wohl noch länger leid tun: FIFA sperrte den England-Legionär

Wien - Der kommende ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger muss in den ersten zwei Spielen der Fußball-EM 2008 im eigenen Land auf Emanuel Pogatetz verzichten. Der Legionär des FC Middlesbrough wurde nämlich von der FIFA-Disziplinar-Kommission für zwei Pflichtspiele und zu einer Geldstrafe von 5.000 Schweizer Franken (3.233 Euro) verurteilt.

Die Richter des Weltverbandes hatten auf ihrer Sitzung am vergangenen Montag in Zürich die Vorfälle während des letzten WM-Qualifikationsspiels zwischen Österreich und Nordirland (2:0) vom 12. Oktober im Wiener Happel-Stadion behandelt. Dabei war der Verteidiger in der 75. Minute vom Nordiren Johnson gefoult worden und hatte den Übeltäter am Leiberl gepackt und zur Rede gestellt. Der schwache griechische Schiedsrichter Athanassios Briakos, der vorher eine harte Gangart der Gäste toleriert hatte, schloss die Kontrahenten aus.

Das Vergehen des 22-jährigen Steirers ist von der FIFA-Disziplinar-Kommission mit der Mindeststrafe von zwei Matches geahndet worden. Da sich Österreich als Gruppen-Dritter nicht für die WM-Endrunde 2006 in Deutschland qualifiziert hat, ist die Suspendierung von Pogatetz "gemäß Art. 39 Abs. 2 lit. A CDF auf die nächsten beiden Punktspiele der Verbandsmannschaft zu übertragen", hieß es in der FIFA-Mitteilung.

Als Punktspiel sieht der Artikel 5, Punkt 5 des FIFA-Disziplinar-Reglements eine Partie vor, die "unter Leitung einer Fußball-Organisation für alle Mannschaften oder Klubs organisiert wird, die ihrer Jurisdiktion unterliegen; das Ergebnis hat Auswirkungen auf die Teilnahme an anderen Wettbewerben, falls das entsprechende Reglement keine anders lautenden Bestimmungen vorsieht." Nach Rücksprache mit der FIFA fällt die EM-Endrunde 2008 unter diese Bestimmung, da sie gemeinsam mit der Ausscheidung Teil eines einheitlichen Bewerbes ist.

Hickersberger erfuhr von dem FIFA-Urteil gegen seinen künftigen Schützling in Brügge vor dem vierten Champions League-Gruppen-Spiel von Rapid. "Zwei Spiele sind für das Nationalteam eine schwierige Situation, weil Pogatetz in Middlesbrough gut spielt. Wenn man gegen Manchester United dabei ist und 4:1 gewinnt, dann ist das schon etwas Besonderes", meinte der Noch-Rapid-Trainer.

Es sei natürlich bedauernswert, dass dem Spieler dieser Ausraster passiert ist. "Es kommt aber nicht in Frage, dass Pogatetz nicht im EM-Kader dabei sein wird, solange er natürlich im Verein seine Leistung bringt. Daran verschwende ich überhaupt keinen Gedanken", meinte der 57-jährige Amstettener am Mittwoch in Belgien in einer ersten Reaktion auf die Sperre des England-Legionärs zur APA. (APA)

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    Damit hat sich Pogatetz eine große Chance versaut.

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