G-8-Proteste in Genua: General wegen Misshandlung von Demonstranten angeklagt

11. November 2005, 11:25
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Polizei stürmte Schule - Nur ein Angeklagter erschien zum Prozessbeginn

Rom/Genua - In Genua hat am Mittwoch ein Prozess gegen 29 Polizisten im Zusammenhang mit dem teilweise brutalen Vorgehen der italienischen Polizei gegen protestierende Globalisierungskritiker bei den Krawallen beim G-8-Gipfel im Juli 2001 begonnen. Die Polizisten werden beschuldigt, die festgenommenen Globalisierungskritiker in der Schule Diaz, Hauptquartier der "No-Global"-Aktivisten während des G-8-Gipfels, schwer misshandelt zu haben. Ein einziger der Angeklagten erschien am Mittwoch zum Prozessbeginn.

Zunächst waren etwa 160 Polizisten in den Sog der Ermittlungen wegen der schweren Gewalttätigkeiten bei der Durchsuchung der Hauptquartiere der Aktivisten in den Genueser Schulen Diaz und Pascoli sowie wegen angeblicher Menschenrechtsverletzungen in der Kaserne Bolzaneto im Juli 2001 geraten. Mehrere von ihnen wurden aber entlastet.

Vor zwei Wochen hatte in Genua auch ein weiterer Prozess gegen 45 Polizisten, Ärzte und Soldaten begonnen, die festgenommenen Globalisierungskritiker in der Kaserne Bolzaneto schwer misshandelt haben sollen. Zu den Angeklagten zählt auch ein General, Oronzo D'Oria.

Über Misshandlungen nach der Festnahme hatten auch die 16 Mitglieder der österreichischen Theatergruppe "VolxTheaterKarawane" geklagt, die nach dem G-8-Gipfel festgenommen und drei Wochen lang in Untersuchungshaft gehalten worden waren. Ihnen wurden Verbindungen zur Anarchistengruppe Black Block vorgeworfen. (APA)

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