Banken bilden Konsortium zur Alitalia-Rettung

11. November 2005, 14:24
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Zehn Geldhäuser sollen sich an Rekapitalisierung beteiligen - Details bis Samstag erwartet

Rom - Italiens krisengeschüttelte Fluggesellschaft Alitalia kämpft gegen die Zeit. Bis Samstag soll eine Gruppe aus zehn Banken die Bildung eines Konsortiums bekannt geben, das für die geplante Rekapitalisierung der Fluggesellschaft im Ausmaß von 1,2 Mrd. Euro bürgen soll. Am Konsortium sollen sich unter anderem die Deutsche Bank und das Mailänder Geldhaus Intesa beteiligen, berichtete die Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" am Mittwoch.

Starke Kurseinbrüche

Sollte das Konsortium gegründet werden, könnte der am kommenden Montag tagende Alitalia-Aufsichtsrat die Rekapitalisierung in die Wege leiten. Dies würde auch die Talfahrt der Alitalia-Aktien an der Mailänder Börse bremsen. Die Aktien haben starke Einbrüche gemeldet, seitdem die Buchprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche am vergangenen Montag bekannt gegeben hat, keine Bewertung über die Halbjahresergebnisse der Gruppe abgeben zu können, da das Überleben der Airline von der Rekapitalisierung abhängt. Daraufhin waren die Alitalia-Aktien um 3,25 Prozent gesunken.

Industrieminister: "Besorgt"

Die Regierung Berlusconi, die mit einem 62-Prozent-Anteil immer noch Mehrheitsaktionär der Fluggesellschaft ist, beobachtet mit Sorge die Entwicklungen bei Alitalia. "Wir sind über die Lage besorgt, haben aber großes Vertrauen in Alitalia-Chef Giancarlo Cimoli. Ich glaube, dass Alitalia noch Rettungschancen hat. Die Lage ist leider auch wegen der hohen Rohstoffpreise schwierig", kommentierte der italienische Industrieminister Claudio Scajola.

Laut dem industriellen Plan bis 2008 wird Alitalia bis Ende 2006 mit zusätzlichen Ausgaben für Treibstoff in Höhe von 320 Mio. Euro rechnen müssen. Alitalia-Chef Cimoli erwägt, ein Hypothekardarlehen auf die Flotte aufzunehmen, was der Fluggesellschaft bis zu 450 Mio. Euro einbringen sollte. Die Hypothek sollte bei einem "großen amerikanischen Finanzinstitut" aufgenommen werden. Auf diese Weise will Alitalia eine Finanzspritze zur Eindämmung ihrer Verluste erhalten.

Cimoli hatte sich im Oktober nach langwierigen Verhandlungen hat mit den Gewerkschaften über weitere Kosteneinsparungen geeinigt, die die krisengeschüttelte Airline vor der Insolvenz retten sollen. Die Sparmaßnahmen in Höhe von 65 Mio. Euro sollen in den revidierten Rettungsplan integriert werden, Einzelheiten über diese Einsparungen wurden jedoch noch nicht bekannt gegeben. (APA)

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    Weiterhin Kopfzerbrechen bereitet die italienische - mehrheitlich in staatlicher Hand befindliche - Airline Alitalia. Ein Bankenkonsortien könnte die nötige Geldspritze besorgen

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