New Yorker Auktionen: Spitzenpreis für Picasso

10. November 2005, 15:15
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Abstrakter Frauenakt erzielte 13,7 Millionen Dollar

New York - Pablo Picassos "Nu Jaune" hat bei der Herbstauktion bei Sotheby's am Mittwochabend in New York den Spitzenpreis erzielt: Bei 13,7 Millionen Dollar fiel der Hammer für den abstrakten Frauenakt in Gelb aus dem Jahre 1907.

Sotheby's hatte das Gemälde ursprünglich auf drei bis vier Millionen Dollar geschätzt. Mit sensationellen 130 Millionen Dollar lag die Versteigerung von impressionistischen Gemälden für das Auktionshaus bei weitem über dem erhofften Spitzenpreisen zwischen 90 und 125 Millionen Dollar.

Ein Erfolg auch für Alexej von Jawlenskys "Sizilianerin mit grünem Schal": Für mehr als 5,1 Millionen Dollar wechselte das Gemälde den Besitzer, mehr als der ursprüngliche geschätzte Preis von höchstens vier Millionen Dollar. Dagegen erzielte Claude Monets träumerisches Venedig-Bild "Le Grand Canal" (1908) knappe 12,9 Millionen Dollar und blieb so weit unter dem geschätzten Preis von bis zu 16 Millionen Dollar.

Weltekord für Toulouse Lautrec

Mit einem Weltrekord für den Franzosen Henri de Toulouse-Lautrec hatten die Herbstauktionen von Impressionisten und Malern der Moderne in New York begonnen. Toulouse-Lautrecs Gemälde "Die Wäscherin" von 1886/1887 wurde in der Nacht auf Mittwoch für 22,4 Millionen Dollar (18,7 Mio. Euro) versteigert. Christie's gab das Gesamtergebnis der Auktion mit knapp 161 Millionen Dollar an. "Der Verkauf von heute Abend war ein Triumph", kommentierte der Vorsitzende von Christie's New York. Er knüpfe an die Erfolge von Anfang der 1990er Jahre an.

Zwei Wochen lang kommen bei Christie's und Sotheby's wertvolle Arbeiten von Impressionisten und zeitgenössischen Künstlern unter den Hammer. Christie's rechnet allein für die Versteigerung von drei großen US-Privatsammlungen mit Werken von Toulouse-Lautrec, Willem de Kooning, Mark Rothko und Roy Lichtenstein mit bis zu 400 Millionen Dollar Umsatz. Sotheby's will mit der Versteigerung einer weiteren privaten Kollektion zwischen 200 und 300 Millionen Dollar einnehmen.

Vier Privatsammlungen

Toulouse-Lautrecs "Wäscherin" gehört zu den ersten Meisterwerken des damals 23-Jährigen. Das Bild des rothaarigen Modells Carmen Gaudin in locker fallenden Kleidern, die über einen Tisch gebeugt aus dem Fenster schaut, sollte 20 bis 25 Millionen Dollar erzielen. Auch zahlreiche weitere Werke aus der Eastman-Sammlung kommen unter den Hammer. Für Lichtensteins Pop-Art-Werk "In The Car" (1963) hofft sein Sohn Mitchell Lichtenstein auf mindestens 15 Millionen Dollar.

Christie's bietet außerdem zwei weitere Privatsammlungen: Für die Sammlung von Bette und Neison Harris aus Chicago, die beide kurz hintereinander im Jahre 2001 starben, erwarten die Erben einen Erlös von 48 bis 68 Millionen Dollar. Insgesamt 35 Millionen Dollar sollen die 14 impressionistischen Werke aus der Sammlung von Edward R. Broida, einem Immobilienhändler aus Los Angeles, bringen. (APA/dpa)

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