Selbstmord-Versuch eines Guantanamo-Häftlings

3. November 2005, 13:14
posten

Während eines Treffens mit US-Anwalt - Amnesty: Mehrfach gefoltert und in Isolationshaft

Washington - Ein aus Bahrain stammender Insasse des US-Gefangenenlagers Guantanamo auf Kuba hat laut "Washington Post" versucht, sich während eines Treffens mit einem US-Anwalt das Leben zu nehmen. Der 32-Jährige habe am 15. Oktober bei Beratungen mit seinem Anwalt in einer Pause die Toiletten aufgesucht, sich dort die Pulsadern aufgeschnitten und anschließend versucht, sich zu erhängen, berichtete die "Washington Post" am Dienstag.

Der Mann aus Bahrain wurde Ende des Jahres 2001 als mutmaßlicher Al-Kaida-Kämpfer in Pakistan festgenommen und nach Guantanamo gebracht. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International ist die Haft unrechtmäßig, da keine Anklage gegen ihn vorgelegt wurde. Er sei mehrfach gefoltert und in Isolationshaft gebracht worden.

Nach Angaben der Leitung von Guantanamo hat es bereits 36 Selbstmordversuche in der Haftanstalt gegeben. Seit August befinden sich etwa 200 der insgesamt 500 Insassen in dem Lager im Hungerstreik, um gegen die Haftbedingungen zu protestieren. Die meisten der Gefangenen werden von der US-Armee verdächtigt, Mitglieder des Terrornetzwerks Al Kaida oder der afghanischen Taliban-Miliz zu sein. Vielen werden die üblichen Rechte von Kriegsgefangenen vorenthalten: Sie haben kein Recht auf einen Anwalt und wissen nicht, was Washington ihnen vorwirft. (APA)

Share if you care.